Pkw-Reifen/Fahrbahngeraeusche bei unterschiedlichen Fahrbedingungen

In diesem Vorhaben wurde das Vorbeifahrtgeraeusch von zwei Fahrzeugen mit sechs unterschiedlichen Reifen auf drei verschiedenen Fahrbahnoberflaechen untersucht. Ziel war es, Zusammenhaenge zwischen Geraeuschen und Fahrbedingungen aufzuzeigen und daraus Geraeuschminderungspotenziale abzuschaetzen. Untersucht wurden: 1. Reines Fahrzeuggeraeusch (Antriebsgeraeusch ohne Reifen/Fahrbahneinfluss). 2. Reifen/Fahrbahn-Geraeusch (beeinflusst einerseits durch die Reifeneigenschaften, andererseits durch die Eigenschaften der Fahrbahnoberflaeche). Durch extreme, in der Praxis nicht realisierbare Massnahmen konnte das maximal moegliche Geraeuschreduktionspotenzial der verschiedenen Komponenten beziehungsweise Einfluesse abgeschaetzt werden: - Zur Beurteilung des reinen Fahrzeuggeraeusches wurde ein extrem gedaemmtes Fahrzeug vom Typ BMW 535 i mit einem serienmaessigen BMW 540 i in beschleunigter Vorbeifahrt und in Konstantfahrt verglichen. Das maximal moegliche Reduktionspotenzial am reinen Fahrzeuggeraeusch bei typischen Fahrzustaenden betrug circa 6 dB(A). Zur Beurteilung des Reifeneinflusses wurden fuenf verschiedene Reifensaetze mit einem profillosen Reifen verglichen. Im Mittel ueber alle profilierten Reifen ergab sich auf dem haeufig verwendeten Splittmastix-Belag ein maximal moegliches Reduktionspotenzial von circa 4 dB(A). Zur Darstellung des Fahrbahneinflusses wurde ein Rasenteppich ueber eine Strassenoberflaeche geklebt. Im Mittel ergab sich mit dem hier verwendeten Reifen ein moegliches Reduktionspotenzial von circa 8 dB(A). Um den Einfluss auf das Gesamtgeraeusch abzuschaetzen, wurden aus den Messungen fuer die verschiedenen Komponenten Rechenmodelle erstellt. Diese zeigen folgende Ergebnisse: Auf dem Splittmastix-Belag hat bei 50 km/h die extreme Absenkung des Fahrzeuggeraeusches um 6 dB(A) nur einen Einfluss von 0,3 dB(A) auf das Gesamtgeraeusch. Bei 100 km/h wirkt sich eine Reduzierung des Fahrzeuggeraeusches gar nicht mehr auf das Gesamtgeraeusch aus. Bei diesen Betriebszustaenden wirken sich dagegen Reduktionen beim Reifen/Fahrbahn-Geraeusch nahezu in voller Hoehe auf das Gesamtgeraeusch aus. Um das Gesamtgeraeusch von Fahrzeugen im fliessenden Verkehr - insbesondere ab 50 km/h - spuerbar abzusenken, muss also vorrangig das Reifen/Fahrbahn-Geraeusch - durch Optimierung der Eigenschaften an beiden Komponenten verringert werden. Das Reifen/Fahrbahn-Geraeusch ist bei der Reifenentwicklung inzwischen ein wichtiger Parameter geworden. Dies ist bei den Fahrbahndeckschichten noch nicht der Fall. Insbesondere das Minderungspotenzial, welches in der Verbesserung der Einbauverfahren liegt, sollte zukuenftig verstaerkt werden. Die Forschung hierzu muss intensiviert werden. Fahrzeughersteller sind schon lange - Reifenhersteller in naher Zukunft - verpflichtet, sich an gesetzliche Geraeuschvorschriften zu halten. Fuer Fahrbahnen gibt es keine derartigen Vorgaben. Die volle Wirkung von Geraeuschminderungsmassnahmen im Strassenverkehr wird erst nach Ablauf der Produktlebensdauer erreicht. Diese betraegt fuer Reifen vier Jahre, fuer Fahrzeuge 10 Jahre und fuer Fahrbahndecken 10 bis 20 Jahre. Doch an Geraeuschbrennpunkten kann durch Einsatz von leisen Fahrbahndecken eine sofortige Wirkung erzielt werden. (A) Forschungsprojekt im Auftrag der Forschungsvereinigung Automobiltechnik e.V. (FAT), Frankfurt, der Bundesanstalt fuer Strassenwesen (BASt), Bergisch Gladbach, und des Wirtschaftsverbandes der Kautschukindustrie (WdK), Frankfurt.

  • Authors:
    • STEVEN, H
  • Publication Date: 2000

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 97S
  • Serial:
    • FAT-Schriftenreihe
    • Issue Number: 157
    • Publisher: Forschungsvereinigung Automobiltechnik e.V. (FAT)

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01200344
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 5:59PM