Problem Geschwindigkeit: Massnahmen, Strategien, Auswirkungen. Ein europaeischer Ausblick

Der Beitrag gibt einen Ueberblick ueber Geschwindigkeitsmanagementmassnahmen in Oesterreich und in der EU. Geschwindigkeitsbeschraenkungen werden in hohem Ausmass nicht eingehalten. Geschwindigkeitsreduktionen fuehren nachweislich zu einer Verringerung der Verkehrsunfaelle. Koennte die mittlere Geschwindigkeit im europaeischen Strassennetz um 5 Stundenkilometer gesenkt werden, koennten 11.000 Verkehrstote vermieden werden. Allein mit Geschwindigkeitsbeschraenkungen ist eine signifikante Geschwindigkeitsreduktion nicht zu erreichen. Wirksam sind variable Geschwindigkeitslimits. Dies koennen Wechselverkehrszeichen oder saisonale Beschraenkungen sein. In der EU-Kommission gibt es Ueberlegungen, die fuer den Schwerverkehr geltenden Geschwindigkeitsbeschraenkungen auch auf leichtere Lkw auszudehnen. Nachgewiesen ist, dass die Ueberwachungsfrequenz wesentlich wirksamer ist als die Hoehe der Strafe. In Skandinavien werden an gefaehrlichen Kurven Geschwindigkeitsempfehlungen gegeben. Der Effekt ist geringer als bei vorgeschriebenen Geschwindigkeitsbeschraenkungen. In Schweden gibt es erfolgreiche Versuche mit der Allstoppregelung an Kreuzungen. Eine Reduzierung des Geschwindigkeitsniveaus kann mit der Strassenraumgestaltung erreicht werden. Kreisverkehre und Bodenmarkierungen, mit denen beispielsweise zu breit dimensionierte Strassen grossflaechig zurueckmarkiert werden, haben ebenfalls positive Wirkung. Mit Verkehrsberuhigungsmassnahmen wird ein Strassenraum angestrebt, der keine Tempobeschraenkungsschilder und keine Ueberwachung mehr braucht. In Schweden wird derzeit die intelligente Geschwindigkeitsadaption erprobt. Im Fahrzeug ist ein Mechanismus eingebaut, der anzeigt, welches Geschwindigkeitslimit gilt und ob es vom Fahrer ueberschritten wird. Dies kann auf verschiedene Weise dargestellt werden, beispielsweise mit einem akustischen Signal, das immer staerker wird, wenn die Geschwindigkeit nicht reduziert wird. Die meisten Testfahrer wollten das System im Auto belassen. Die Telematik bietet ebenfalls neue Moeglichkeiten. In den Niederlanden wurde im Rahmen eines Forschungsprojekts das System VERA getestet. Es ist dies eine unbemannte Videoueberwachung fuer Strassenbetreiber. Digitale Videokameras werden an unterschiedlichen Punkten einer Autobahn im Abstand von einem Kilometer aufgestellt. Am Punkt A wird ein Fahrzeug per Kennzeichen erkannt, am Punkt B wird es wiedererkannt und die Durchschnittsgeschwindigkeit ermittelt. Ist diese zu hoch, wird automatisch ein Verfahren eingeleitet. Neben einer signifikanten Reduktion der Geschwindigkeiten und der Unfaelle brachte dieses System auch eine Reduktion der Verkehrsstaus. Homogene europaeische Tempolimits sind noetig. Angesprochen werden muss auch die Autowerbung, die trotz einschlaegiger Richtlinien des Europaeischen Verkehrssicherheitsrates nach wie vor nicht auf Langsamfahren setzt. Diskutiert wird auf EU-Ebene auch der Einbau von Geschwindigkeitsbegrenzern in den Pkw, die bei sehr hohen Geschwindigkeiten wirksam werden sollen. Die Beitraege der im Anschluss an das Referat gefuehrten Diskussion sind in Kurzform angefuegt. Zur Gesamtaufnahme siehe ITRD-Nummer D346059. (KfV/A)

  • Authors:
    • MACHATA, K
  • Publication Date: 2000

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01200260
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 5:58PM