Erkennung fahruntuechtiger Personen - Grundlagen fuer die Schulung der Exekutive und fuer einen Massnahmenkatalog fuer Aerzte

Die Wirkung von Drogen und Medikamenten auf die Fahrtuechtigkeit wird in der Literatur unterschiedlich bewertet. Unbestritten ist, dass der Konsum von illegalen Drogen und von Medikamenten verkehrsrelevante Auswirkungen haben kann. Ziel der vorliegenden Arbeit war es zu untersuchen, ob derzeit im Verkehrsbereich "einfache" Diagnosemethoden fuer Drogen- oder Medikamentenbeeintraechtigung bekannt sind, welche Substanz- und Risikogruppen davon betroffen sind und ob sich daraus ein Massnahmenkatalog fuer Aerzte entwickeln laesst. Dafuer wurden Erkennungsmethoden im Exekutivbereich recherchiert, Substanzgruppen, fuer welche verkehrsrelevante Auswirkungen berichtet werden, identifiziert und Rechercheergebnisse zueinander in Beziehung gesetzt. Ein als Diagnosemethode im Sinne der Fragestellung zu bezeichnendes Verfahren ist vorhanden und wird in den USA unter dem Uebertitel "Drug Evaluation and Classification" eingesetzt. Seit 1984 werden in den USA "Drug Recognition Experts" ausgebildet, um in einer etwa 30minuetigen Untersuchung vorlaeufig unter "Beeintraechtigungsverdacht" stehende Personen zu ueberpruefen und die weitere Vorgangsweise zu entscheiden. Je nach abschliessender Beurteilung muessen Labortests zur Verifikation durchgefuehrt werden. Es ist das einzige von den Autoren identifizierte Verfahren, das der Komplexitaet einer Drogenidentifizierung gerecht wird, das gelernt, trainiert und evaluiert werden kann und wird. Es muss beachtet werden, dass dieses Programm grossflaechig nur in Zusammenhang mit klaren und zum Teil standardisierten Vorbedingungen ("Sobriety Checkpoint" und "Standardized Field Sobriety Test") erfolgreich sein kann. Andere Verfahren decken Teilbereiche ab oder befinden sich im Entwicklungsstadium. Fuer viele Substanzgruppen werden verkehrsrelevante Auswirkungen beschrieben, zuverlaessig koennen aber nur auf der Ebene von Einzelsubstanzen verkehrsrelevante Auswirkungen diagnostiziert werden. Fuer die weitere Forschung sollten vor allem die zwei in der Bundesrepublik Deutschland im Zusammenhang mit verkehrsrelevanten Substanzwirkungen erstellten Datenbasen "Medikamente und Fahrtuechtigkeit" sowie "Kombinationswirkung von Medikamenten und Alkohol" Beachtung finden. Vor allem aus letzterer kann eindeutig geschlossen werden, dass Kategorienbildungen fuer statistische Auswertungen mit vielen Problematiken behaftet sind. Vielversprechend erschiene eine Umkehrung in der Darstellung der Ergebnisse, so dass pro verkehrsrelevanter Beobachtungskategorie Einzelsubstanzen ausgewiesen werden koennen. Diese Daten koennten einen Ausgangspunkt fuer die Erarbeitung eines umfassenden Informationskompendiums als Hilfestellung fuer die Arzt/Patienten-Auseinandersetzung bezueglich Dosierung, Dauer, Wechselwirkung, und Risikobereiche darstellen. Bei einer sensiblen Vorgangsweise kann aus dem vom TUEV-Rheinland vorgestellten Loesungsansatz einiges fuer die Praxis gewonnen werden. Darin werden Medikamentengruppen nicht nur pauschal hinsichtlich der Verkehrsgefaehrdung beurteilt, sondern es erfolgt zusaetzlich eine klassifizierende Bewertung dieser Gefaehrdung und gleichzeitig werden Angaben ueber die Variationsmoeglichkeiten der jeweiligen Medikamentengruppen angefuehrt. Zur Gesamtaufnahme siehe ITRD-Nummer D346047. (KfV/A)

  • Authors:
    • SPRINGER, A
    • KOPF, N
    • UHL, A
  • Publication Date: 1999

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01200253
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 5:58PM