Alkoholkontrollen auf den Strassen Wiens

Untersucht wurde die Reaktion der Wiener Exekutive auf die 19. StVO-Novelle, die am 1. Oktober 1994 in Kraft getreten ist. Seit dieser Neufassung der StVO muss fuer eine Atemalkoholkontrolle nicht mehr die Vermutung vorliegen, dass sich eine Person in einem durch Alkohol beeintraechtigten Zustand befindet. Damit erhielten "planquadratmaessige" Atemalkoholkontrollen eine gesetzliche Grundlage. Analysiert wurden alle Lenkeruntersuchungen der Monate Dezember 1994 bis Februar 1995 im Stadtgebiet von Wien. Durch das Generalinspektorat der Sicherheitswache wurden alle Protokolle zur Atemluftuntersuchung in Kopien zur Verfuegung gestellt. In anonymisierter Form wurden Geschlecht, Alter, Groesse, Gewicht, Datum, Ort und Zeitpunkt der Anhaltung sowie die gemessenen Atemalkoholwerte (AAW) erfasst. 2.038 Datensaetze konnten fuer die Untersuchung herangezogen werden. Bei der Auswertung der Wochentagsfrequenz konnte festgestellt werden, dass die Kontrollen am haeufigsten am Freitag durchgefuehrt wurden. An diesem Tag finden sich auch die meisten Lenker, die jenseits der zum Zeitpunkt der Untersuchung gesetzlich erlaubten Grenze von 0,4 Milligramm je Liter AAW alkoholisiert waren. Bei der geschlechtsspezifischen Aufteilung betraegt der Anteil der weiblichen Lenker nur 5,8 Prozent des Kollektivs. Eine Verweigerung der Atemluftmessung beziehungsweise eine Alkoholisierung jenseits von 1,2 Milligramm je Liter AAW kommt bei Frauen relativ haeufiger vor. Dagegen ist die Gruppe mit Werten zwischen 0,6 bis 1,19 Milligramm je Liter AAW, die bei den Maennern dominiert, geringer besetzt. Eine Bestimmung des Untersuchungsortes zeigt, dass die haeufigsten Messungen im 21. Bezirk durchgefuehrt wurden, gefolgt vom 2. und 8. Bezirk. Die meisten nuechternen Lenker wurden im 8. Bezirk gemessen. In den Bezirken 21 und 2 wurde nicht nur am haeufigsten kontrolliert, sondern es wurden auch am haeufigsten Messwerte ueber 0,4 Milligramm je Liter AAW registriert. Lenker zwischen 18 und 19 Jahren wurden zumeist mit 0,0 Milligramm je Liter AAW angetroffen. Die ueber 30jaehrigen bildeten den Hauptanteil der stark alkoholisierten Lenker (0,6 bis 1,19 Milligramm je Liter AAW). Waehrend der Nachtstunden werden wesentlich mehr Kontrollen durchgefuehrt als untertags. Der prozentuelle Anteil der kontrollierten Lenker mit mehr als den erlaubten 0,4 Milligramm je Liter AAW ist in beiden Zeitabschnitten mit 68 Prozent gleich. Ein Vergleich zwischen den Ergebnissen einer 1986 durchgefuehrten Studie ueber den Alkoholisierungszustand von Kraftfahrzeuglenkern und jenen der vorliegenden Arbeit zeigt, dass die Zahl der Kontrollen im Zeitraum von 9 Jahren um 161 Prozent und die beeintraechtigten Lenker um 170 Prozent gestiegen sind. (KfV/A)

  • Authors:
    • FOUS, R
  • Publication Date: 1997

Language

  • German

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Filing Info

  • Accession Number: 01200227
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 5:57PM