ABB sorgt fuer Sicherheit im Schoenbergtunnel

Der Artikel beruht auf einem Gespraech mit Willibald Scherz, dem Leiter der Tunneltechnik der Firma ABB Oesterreich, die den drei Kilometer langen Schoenbergtunnel mit einer Fahrroehre und zwei Fahrstreifen im Bundesland Salzburg mit den elektro- und sicherheitstechnischen Einrichtungen ausruestet. Das Auftragsvolumen betraegt rund 50 Millionen Schilling. Die in den Einfahrtsbereichen der Tunnelportale montierten Zusatzleuchten mit asymmetrischer Lichtverteilung werden abhaengig von der Aussenleuchtdichte ueber vier Schaltstufen gesteuert. Die Aussenleuchtdichte wird mit Leuchtdichtekameras gemessen. Eine Speicherprogrammierbare Steuerung (SPS ABB-AC 31) verarbeitet die Ergebnisse. Mit SPS ABB-AC 31 wurde auch das Steuerungskonzept der Tunnellueftung umgesetzt. Zwoelf Ventilatoren foerdern bei zu hoher Schadstoffbelastung oder im Brandfall die erforderliche Luftmenge in West/Ost- oder Ost/West-Richtung. Der Verkehrsablauf wird mit Farb-Videokameras ueberwacht. Im Abstand von 250 Metern sind 13 Notrufkabinen eingerichtet. Durch das Abheben der Notruf-Telefonhoerer wird automatisch eine Sprechverbindung mit der Ueberwachungszentrale hergestellt und eine Kettenreaktion von Sicherheitsmassnahmen ausgeloest. Der genaue Standort des aktivierten Notruftelefons wird in der Tunnelwarte optisch angezeigt und die naechstgelegene Video-Ueberwachungskamera automatisch angeschaltet, die Ampeln im betroffenen Abschnitt schalten auf gelbes Blinklicht und die Wechselverkehrszeichen reduzieren die zulaessige Hoechstgeschwindigkeit. Bei einer Panne im Tunnel sollte man nicht mit dem Handy Hilfe herbeirufen. Damit koennen die automatischen Sicherheits- und Schutzmassnahmen nicht mit der erforderlichen Praezision ausgeloest werden. Fuer eine schnelle Reaktion im Brandfall sorgt ein eigens entwickeltes Softwareprogramm fuer die Tunnelbeleuchtung und den Betrieb der Strahlenventilatoren, die die Rauchgase geregelt abfuehren. Strahlenventilatoren verhindern das Verrauchen des Fluchtweges. An der Tunneldecke ist ein Temperatursensorkabel zur Branderkennung installiert. Ein Brandalarm wird automatisch zur Feuerwehr geleitet und gleichzeitig starten die Reaktionsprogramme fuer Tunnelbelueftung, Verkehrssteuerung, Videoueberwachung, Tunnelbeleuchtung und das automatische Oeffnen der Brandschutztore bei den Fluchtstollen. Die Notrufnischen sind mit einem Druckknopf-Brandmelder und zwei Handfeuerloeschern ausgestattet. Zur Brandbekaempfung sind in regelmaessigen Abstaenden Hydrantennischen angeordnet. Saemtliche Informationen werden ueber ein Lichtwellenleiterkabel in die etwa 30 Kilometer entfernte Tunnelwarte uebertragen. Das dort vorhandene Prozessvisualisierungssystem wurde fuer die elektrotechnischen und sicherheitstechnischen Einrichtungen von ABB erneuert und um den Schoenbergtunnel erweitert. Die Firma ABB Oesterreich fuehrt gegenwaertig auch Adaptierungs- und Sanierungsprojekte in verschiedenen Tunneln im Bundesland Salzburg durch. (KfV/A)

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 31-2
  • Monograph Title: Die Oelscheichs der neuen Generation
  • Serial:
    • VERKEHR & UMWELT
    • Volume: 14
    • Issue Number: 2
    • Publisher: N. J. SCHMID VERLAG GES.M.B.H.
    • ISSN: 1019-7346

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01200075
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 5:54PM