Flexible Ergaenzungen des oeffentlichen Verkehrs

Trotz des hohen Mobilisierungsgrades ist der motorisierte Individualverkehr nicht in der Lage, die Mobilitaetsbeduerfnisse aller Bevoelkerungsgruppen zu befriedigen. Der Ausbau des oeffentlichen Verkehrs steht weitgehend ausser Diskussion, wenn es um die Bewaeltigung von Verkehrsspitzen, insbesondere in Ballungsraeumen, geht. In Gebieten und Zeiten mit schwacher Verkehrsnachfrage stoesst jedoch die Einrichtung eines oeffentlichen Linienverkehrs bald an die Finanzierungsgrenzen. Die regelmaessige Benutzung des Taxis ist fuer die meisten Fahrgaeste zu teuer. Einen Loesungsansatz stellt der bedarfsorientierte oeffentliche Verkehr dar. Er verbindet den oeffentlichen Linienverkehr mit dem Gelegenheitsverkehr und stellt so eine flexible Ergaenzung des OEPNV dar. Im einzelnen werden die Betriebsweisen von Linientaxi, Rufbus und Anruf-Sammeltaxi (AST) beschrieben. Der Linientaxiverkehr setzt im Unterschied zum herkoemmlichen Linienverkehr wesentlich kleinere Fahrzeugeinheiten ein. Die Anschaffungskosten sind niedrig, nicht jedoch die Betriebskosten. Diese koennen sogar hoeher sein als beim Linienverkehr, naemlich dann, wenn bei einer Fahrt ein zweites Fahrzeug zum Einsatz gerufen werden muss. Das Linientaxi muss auch fahren, wenn keine Fahrgaeste befoerdert werden. Es ist zudem nicht imstande, im Stadtrandbereich oder im laendlichen Bereich eine ausreichende Flaechenbedienung anzubieten. Der Rufbus kann mit vollstaendigem oder teilweisem Richtungsband gefuehrt werden. Die Abfahrtszeiten sind fix. Beim teilgebundenen Ruftaxi ist das Fahrtende mit fester spaetester Ankunftszeit festgelegt. Das Ruftaxi besitzt Elemente der Flaechenbedienung, die Betriebskosten sind niedriger als beim Linienverkehr, doch entstehen bei der Einfuehrung hohe Infrastrukturkosten, da Telefonrufsaeulen an den Haltestellen, Datenfunk in allen Fahrzeugen und eine Funkleitstelle notwendig sind. Das Anruf-Sammeltaxi (AST) ist ausschliesslich auf Flaechenbedienung ausgerichtet und nutzt die freien Kapazitaeten des Taxigewerbes, meist unter Verwendung bereits bestehender Infrastruktur. Die Auftraggeber sind Kommunen oder oeffentliche Verkehrsbetriebe. Der Fahrgast bestellt das Taxi mindestens 30 Minuten vor der fahrplanmaessig vorgesehenen Abfahrtszeit, wird an einer AST-Abfahrtsstelle abgeholt und innerhalb des definierten Bedienungsgebietes zu einem fixen Preis zum gewuenschten Ziel gebracht. Der zuletzt aussteigende Fahrgast quittiert mit seiner Unterschrift den Taxameterstand. Auf dieser Grundlage erfolgt die Abrechnung der Taxibetreiber mit dem Auftraggeber. In Linz wurde AST 1987 eingefuehrt. Es gibt einen AST-Abendverkehr, einen AST-Tagesverkehr fuer aeusserst duenn besiedelte Stadtrandgebiete und einen AST-Nachtbetrieb, der auch Nachbargemeinden einbezieht. Die Kosten belaufen sich auf rund 30 Prozent des oeffentlichen Linienverkehrs. In einer Tabelle werden Betriebsweisen und Merkmale des Linienverkehrs und der verschiedenen bedarfsorientierten Verkehrsformen im Ueberblick geboten. Zur Gesamtaufnahme siehe ITRDNummer D346001. (KfV/A)

  • Authors:
    • ZEHETNER, S
  • Publication Date: 1999-5

Language

  • German

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Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01200069
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 5:54PM