Ein Ferrari unter den Flottenmanagement-Systemen

Derzeit wird in Oesterreich das Datatrak-System zur mobilen Fahrzeugortung und Kommunikation mit diesen Fahrzeugen eingefuehrt. Datatrak wurde vom britischen Unternehmen Securicore zur Erhoehung der Sicherheit von Geldtransporten entwickelt und vor zehn Jahren erstmals erprobt. Heute gehoert diese Telematik-Technologie dem Siemens-Tochterunternehmen Datatrak Limited. Allein mit GPS konnte bei Geldueberfaellen nicht die noetige Exaktheit bei der Ortsbestimmung erreicht werden. GPS kann aus militaerischen Gruenden verfaelscht werden und ausserdem in dicht besiedelten Gebieten nicht lueckenlos empfangen werden. Reflexionen am Mauerwerk fuehren zu weiteren Verfaelschungen. Heute sind nicht nur die Wagenflotten von Gelddiensten, sondern auch jene von Rettungsdiensten und grossen Unternehmen mit Datatrak ausgeruestet. Auch jeder in England ausgelieferte Ferrari ist damit ausgestattet. Die Groesse der Fahrzeugelektronik entspricht zwei Zigarettenschachteln und die Antennen sind leicht integrierbar. Fuer die Datatrak-Systeme ist der Aufbau eines eigenen Funknetzes erforderlich. Fuer Oesterreich sind dies 120 Sendeanlagen im UHF-Bereich und 8 Langwellensender. Bestehende Mobilfunkmaste werden benutzt. Fuer die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Disponenten benuetzt Datatrak ein UHF-Datenfunknetz. Ein digitales Zeitschlitzverfahren ermoeglicht eine Online-Verbindung zwischen Fahrzeug und Disponenten. Dadurch werden Informationen ueber Position und Bewegung der Fahrzeuge kurzfristig, Statusmeldungen oder Alarme in Echtzeit uebertragen. Die Datenuebertragung wird vom System ueberprueft und gesichert. Fuer die Fahrzeuglokalisierung steht ein eigenes, auf Langwellenortung beruhendes Verfahren unter Einbeziehung von GPS zur Verfuegung. Das Datatrak-System ist bereits in England, den Benelux-Laendern, in Argentinien, Suedafrika und Malta installiert. In Oesterreich baut die Datatrak Austria Telematik GmbH das Netz auf. Fuer die weltweite Vermarktung sorgt Siemens Datatrak Limited mit ihren rund 100 Mitarbeitern. Schon vor der Uebernahme der Weltrechte durch Siemens wurde in Oesterreich 1997 zur Projektentwicklung von den Wiener Stadtwerken und der Wiener Staedtischen Allgemeinen Versicherung eine Vorlaeufergesellschaft gegruendet. An dieser Gesellschaft Datatrak Austria Telematik GmbH ist seit 1999 auch Siemens Oesterreich beteiligt. Datatrak Austria bekam im Jaenner 2000 die Lizenz und im September 2000 soll der erste Testbetrieb starten. Bis zum Jahresende 2000 soll in Ostoesterreich der Vollbetrieb aufgenommen werden und Mitte 2001 in ganz Oesterreich. Fuer den effizienten Einsatz stehen digitale Karten als Geographische Informationssysteme zur Verfuegung. Der Interessentenkreis ist gross und reicht von Polizei und Rettung bis zu Werttransporten und Speditionen. Selbst fuer die Verkehrssteuerung gibt es Plaene. Datatrak Austria bewarb sich als Konsortialfuehrer bei einem EU-Foerderprojekt fuer das Burgenland, bei dem es um ein Konzept fuer intermodalen Verkehr, also die sinnvolle Verknuepfung des oeffentlichen und des Individualverkehrs unter Einbeziehung von Anrufsammeltaxis geht. Dabei sollen intelligente Buchungssysteme mittels Internet oder WAP-Handy eingesetzt werden. In das Datatrak-System laesst sich auch der TETRA-Buendelfunk, der fuer digitale Kommunikationsdienste eingesetzt wird, integrieren. (KfV/A)

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 31-2
  • Monograph Title: Der Regio-Swinger von ADtranz stellt sich vor
  • Serial:
    • VERKEHR & UMWELT
    • Volume: 14
    • Issue Number: 3
    • Publisher: N. J. SCHMID VERLAG GES.M.B.H.
    • ISSN: 1019-7346

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01199932
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 5:51PM