Mit dem STREAM durch Triest. Oeffentliche Verkehrsmittel

Die Stadt Triest mit ihren 225.000 Einwohnern weist einen hoeheren Kohlendioxid-Gehalt auf als die grossen italienischen Zentren. Da die bisherigen Verkehrsberuhigungsmassnahmen keine nennenswerte Verbesserung brachten, wurde ein neuer Massnahmenkatalog ausgearbeitet. Neben der Einfuehrung einer grossraeumig geplanten Parkraumbewirtschaftung hat die Verbesserung der oeffentlichen Verkehrsmittel oberste Prioritaet. Das neuartige Transportsystem STREAM (Sistema di Transporto Elettrico ad Attrazione Magnetica) soll die bestehende Busflotte, die wesentlich zur Umweltbelastung beitraegt, ersetzen. STREAM wurde vom Genueser Elektroingenieur Vito Siciliani erfunden und gemeinsam mit Ingenieur Alcide del Najo entwickelt. Realisiert wird es vom Unternehmen Ansaldo in Neapel. Es beruht auf dem Prinzip der magnetischen Anziehung und ist fuer den Einsatz von elektrobetriebenen Niederflurbussen konzipiert. Die im obersten Bereich der Fahrbahn verlegte Anlage ist an der Oberflaeche nur durch zwei schmale, parallel verlaufende Metallstreifen sichtbar. Sie dient der Versorgung der Busse mit elektrischer Energie. Die einzelnen Module der Anlage, in deren Inneren sich ein bewegliches Metallband befindet, sind mit dem Stromnetz verbunden. An der Unterseite des Busses befindet sich ein Stromabnehmer. Ist keine Anziehungskraft vorhanden, faellt das Metallband durch die eigene Schwerkraft automatisch in die Ruheposition zurueck und die Metallstreifen koennen gefahrlos ueberfahren und begangen werden. STREAM hat gegenueber herkoemmlichen, elektrisch betriebenen Verkehrsmitteln den Vorteil, dass die stromversorgende Anlage nicht staendig unter Spannung steht. Da die Busse in Kombination mit einer an Bord befindlichen Nickelhydrid-Batterie betrieben werden, bleibt ausserdem ihre Bewegungsfreiheit erhalten. Das System ist im Vergleich zu anderen kostenguenstig. Die fuer STREAM verwendeten Niederflurbusse sind 2,4 Meter breit und 12, 18 oder 25 Meter lang. Die Passagierkapazitaet reicht von 160 bis 180 Personen. Ihre maximale Geschwindigkeit betraegt 65 bis 75 Stundenkilometer. Bereits in Einsatz befindliche Busse lassen sich umruesten. Die Verlegung der vorfabrizierten, sechs Meter langen Teilstuecke und der parallel laufenden Stromleitung erfolgt in einem 80 Zentimeter breiten und 35 Zentimeter tiefen Aufgrabungsstreifen. 1998 schloss die Stadt Triest mit der Firma Ansaldo einen Vertrag zur Einfuehrung von STREAM. Die Kosten betragen 12 Milliarden Lire. Fuer Ende 2000 ist nach einer Experimentierphase die Inbetriebnahme der Linie geplant. Weitere Strecken des bestehenden konventionellen Busnetzes sollen in Folge auf STREAM umgestellt werden. (KfV/A)

  • Authors:
    • MADER, B
  • Publication Date: 2000-5

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 56-7
  • Serial:
    • UMWELTSCHUTZ
    • Issue Number: 5
    • Publisher: BOHMANN DRUCK UND VERLAG GESELLSCHAFT M.B.H. UND CO. KG

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01199921
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 5:51PM