Sozialvorschriften im oesterreichischen Strassengueterverkehr unter besonderer Beruecksichtigung des Verkehrsunfallgeschehens und der Verstoesse gegen die VO (EWG) 3820/85

Ziel der Diplomarbeit war es, die Sozialvorschriften im oesterreichischen Strassengueterverkehr sowie deren Einhaltung und Kontrolle darzustellen. Zudem sollte aus den gewonnenen Daten auf eine Beeinflussung des Verkehrsunfallgeschehens geschlossen werden. Im ersten Schritt wurde eine Literaturanalyse durchgefuehrt. Regelmaessige Missachtung der geltenden Sozialvorschriften und Unfallverursachung durch Uebermuedung stellen demnach ein wesentliches Problem dar. In einem zweiten Schritt werden die gueltigen Rechtsvorschriften erlaeutert und analysiert. In Oesterreich gelten die VO (EWG) 3820/85 und 3821/85 hinsichtlich der Sozialvorschriften und des EU-Kontrollgeraets. Im grenzueberschreitenden Verkehr gilt das AETR (Europaeisches Uebereinkommen ueber die Arbeit des im internationalen Strassenverkehr beschaeftigten Fachpersonals). Zusaetzlich gilt der Kollektivertrag fuer das Gueterbefoerderungsgewerbe Oesterreichs. Fuer die Kontrollvorschriften sind die Richtlinie 88/599/EWG und das Kraftfahrgesetz (KFG) von Bedeutung. Um feststellen zu koennen, ob die geltenden Rechtsvorschriften im Strassengueterverkehr eingehalten werden, wird der oesterreichische Kontrollbericht nach Artikel 16 VO (EWG) 3820/85 beschrieben und analysiert. Er weist in vielen Punkten Maengel auf und eine nach Personen- und Gueterverkehr getrennte Analyse der Verstoesse im Strassenverkehr ist nicht moeglich. Um annaehernd glaubwuerdige Ergebnisse aus dem Kontrollbericht zu erhalten, wurde anhand des sehr detaillierten niederoesterreichischen Kontrollberichtes eine Plausibilitaetskontrolle durchgefuehrt. Daraus kann geschlossen werden, dass etwa 20 bis 30 Prozent der kontrollierten Fahrer auf ihren Fahrtscheiben Verstoesse aufweisen. Einen weiteren Anhaltspunkt fuer die Verstosshaeufigkeit bietet der Kontrollbericht aus Geschaeftsraeumen, der einen Teil des oesterreichischen Gesamtkontrollberichtes darstellt. Hier koennen bei etwa 30 bis 40 Prozent der Fahrer Zuwiderhandlungen nachgewiesen werden. Zusammenhaenge zwischen der Verkehrsunfallbeteiligung von Lkw und Verstoessen gegen die Sozialvorschriften lassen sich aufgrund des vorhandenen Datenmaterials nicht eindeutig belegen. Eine Ueberpruefung von Unfaellen mit Personenschaden und Lkw-Beteiligung in Niederoesterreich ergab, dass etwa fuenf Prozent der Unfaelle wegen Uebermuedung des Lkw-Lenkers und etwa fuenf Prozent wegen Uebermuedung des Pkw-Lenkers verursacht wurden. Etwa 20 Prozent der bei Unfaellen ueberprueften Fahrtscheiben wiesen Maengel auf. Die Situation im oesterreichischen Strassengueterverkehr hinsichtlich der Einhaltung der Sozialvorschriften kann aufgrund mangelnder Unterlagen und eindeutiger Falschaussagen nicht beurteilt werden. Das Ziel von Lkw-Kontrollen nach VO (EWG) 3820/85 sollte es sein, Zuwiderhandlungen ausfindig zu machen und zu bestrafen sowie die Zahl der Verstoesse zu reduzieren. Da nicht eindeutig festgestellt werden kann, ob ueberhaupt massive Verstoesse gegen Sozialvorschriften geschehen, koennen auch moegliche Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit nicht analysiert werden. Es besteht hinsichtlich der Erstellung des Kontrollberichts somit dringender Handlungsbedarf. (KfV/A)

  • Authors:
    • WENINGER, A
  • Publication Date: 2000

Language

  • German

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  • Accession Number: 01199911
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 5:50PM