Beschreibung von Massnahmen nach Erwerb der Fahrerlaubnis in anderen EU-Laendern und in der Schweiz

Description of post licensing measures in other EU-countries and Switzerland

Der Beitrag fasst sich mit jenen EU-Laendern, in denen entweder keine Evaluationsstudien von Massnahmen nach Erwerb der Fahrerlaubnis zur Verfuegung stehen oder in denen es solche Massnahmen fuer Fahranfaenger nicht gibt. Letzteres trifft zu auf Daenemark, Griechenland, Irland, Italien und die Niederlande. Einbezogen wird zusaetzlich das Nicht-EU-Land Schweiz, da dort geplant ist, ein mehrphasiges Fahrausbildungssystem einzufuehren und zwei Evaluationsstudien von Sicherheitsfahrkursen vorliegen. In Belgien gibt es keine spezifischen Massnahmen fuer Fahranfaenger, allerdings werden vom Institut "Driving Know-How" Fahrsicherheitskurse angeboten. Sie bestehen aus einer Stunde Theorie, einem 90minuetigen praktischen Training auf einer Teststrecke, einem 75minuetigen Fahrtraining im realen Verkehr und einer abschliessenden Besprechung. Manche Versicherungen empfehlen ihren Kunden die Teilnahme am Kurs, ehe ein Vertrag erneuert wird. In manchen Faellen wird die Versicherung suspendiert, wenn keine Teilnahme an diesem Kurs nachgewiesen wird. In Frankreich gelten fuer Fahranfaenger niedrigere Geschwindigkeitslimits und sie erhalten bei deren Uebertretung im Rahmen des 1994 eingefuehrten Punktefuehrerscheins mehr Strafpunkte als andere Fahrer. Ein im Juli 1999 in Kraft getretenes Gesetz sieht vor, dass Fahranfaenger im ersten Jahr nach Erhalt des Fuehrerscheins bei Gesetzesuebertretungen zur Teilnahme an einem Nachschulungskurs mit erzieherischer Orientierung verpflichtet werden. Bei schweren Vergehen beziehungsweise Unfaellen, die mit vier Strafpunkten geahndet werden, ist die Teilnahme an einem Sensibilitaetstraining verpflichtend. Dort werden Unfallursachen und Unfallkonsequenzen diskutiert. Im Vereinigten Koenigreich gibt es fuer Fahranfaenger seit 1993 einen Probefuehrerschein in Verbindung mit einem Punktefuehrerschein. Bei mehr als sechs Strafpunkten wird der Fuehrerschein zurueckgerufen. Das Gericht kann entscheiden, dass ein Fahranfaenger den Fuehrerschein neu machen muss. Seit 1995 gibt es das freiwillige Programm "Pass Plus" fuer Fahranfaenger. In Portugal muss ein Fahranfaenger bei Delikten, die einen Fuehrerscheinentzug nach sich ziehen, die Fahrpruefung wiederholen. Eine selten genutzte Moeglichkeit besteht darin, dass Richter die Teilnahme an einem psychologischen Nachschulungskurs vorschreiben. In Spanien gelten im ersten Jahr nach Erhalt des Fuehrerscheins niedrigere Geschwindigkeitsgrenzen. Die Einfuehrung zusaetzlicher Massnahmen wird diskutiert. In Schweden gibt es keine speziellen Massnahmen fuer Fahranfaenger. Junge Menschen koennen allerdings ihre Fahrausbildung mit 16 Jahren beginnen und mit 18 einen provisorischen Fuehrerschein erlangen. Bevor sie zur Pruefung antreten, muessen sie ein Schleudertraining absolvieren. Mit 20 Jahren wird der Fuehrerschein in einen permanenten umgewandelt. Wird in der Probephase der Fuehrerschein entzogen, muss die Fahrpruefung wiederholt werden. In der Schweiz wird das gegenwaertige Fuehrerscheinsystem als nicht ausreichend betrachtet. Ein Zweiphasenmodell fuer die Fahrausbildung ist in Diskussion. Derzeit werden folgende Kurse auf freiwilliger Basis angeboten: "Weiterbildungskurse fuer Motorfahrzeuglenker" (darunter Spezialkurse wie "Fortbildungskurse" und "Antischleuderkurse", fuer die Evaluationsstudien vorliegen) und "Fahrtechnische Weiterbildung". Zur Gesamtaufnahme siehe ITRD-Nummer D335956. (KfV/A)

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  • English

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  • Accession Number: 01199902
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • ISBN: 3-7070-0040-0
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 5:50PM