Massnahmen nach Erwerb der Fahrerlaubnis in Deutschland

Post Licensing Measures in Germany

In vorliegendem Beitrag werden die Massnahmen fuer Fahranfaenger nach Erwerb der Fahrausbildung in Deutschland beschrieben. Das gesetzliche System dieser Massnahmen besteht aus einem Probefuehrerschein, dem zentralen Verkehrsstrafenregister und Nachschulungskursen. Im Verkehrsstrafenregister werden schwere Gesetzesuebertretungen und kriminelle Handlungen im Zusammenhang mit dem Verkehr verzeichnet und mit Strafpunkten belegt. Mit der Teilnahme an empfohlenen freiwilligen Driver Improvement-Kursen koennen die Strafpunkte verringert werden. Fuer die Fahranfaenger mit dem Probefuehrerschein gelten schaerfere Bestimmungen. Massnahmen nach Erwerb der Fahrerlaubnis werden auf der Grundlage des Registers durchgefuehrt. In der zweijaehrigen Probezeit nach Erhalt des Fuehrerscheins muessen sich die Fahranfaenger als unfallfreie Fahrer ohne Gesetzesuebertretungen bewaehren. Die Uebertretungen sind in zwei Kategorien eingeteilt. Schwere Zuwiderhandlungen fuehren schon beim ersten Mal zur verpflichtenden Teilnahme an einem Nachschulungskurs, leichte beim zweiten Mal. Bessert sich ein Fahranfaenger nicht, wird die Probezeit um zwei Jahre verlaengert. Bei besonders schweren Delikten wie Fahrerflucht oder Fahren in alkoholisiertem Zustand wird der Fuehrerschein sofort entzogen. Wiederholen sich die Delikte nach Absolvierung einer Nachschulung, folgt eine schriftliche Warnung mit der Empfehlung, innerhalb von zwei Monaten einen Verkehrspsychologen zu konsultieren. Folgt der Fahrer dieser Empfehlung, werden ihm zwei Strafpunkte im Zentralregister erlassen. Unabhaengig davon, ob er der Empfehlung Folge leistet oder nicht, fuehrt die naechste Uebertretung zum Fuehrerscheinentzug. Nach einer dreimonatigen Wartezeit kann dieser wieder ausgegeben werden. Gibt es in der anschliessenden Probezeit weitere Uebertretungen, werden ueblicherweise medizinische und psychologische Gutachten angefordert. Aus den durchgefuehrten Evaluationsstudien kann geschlossen werden, dass der Probefuehrerschein eine wirksame Massnahme zur Senkung der Unfaelle von Fahranfaengern ist und dass er eine generell praeventive Funktion hat. Das Unfallrisiko junger Fahranfaenger ist jedoch trotz Probefuehrerschein vor allen in laendlichen Gebieten nach wie vor hoch. Bei Nicht-Alkohol-Delikten muessen die "Aufbauseminare fuer Fahranfaenger im Rahmen der Fahrerlaubnis auf Probe" besucht werden, bei Alkoholdelikten die "Besonderen Aufbauseminare fuer Fahranfaenger im Rahmen der Fahrerlaubnis auf Probe". Fuer letztere existieren die zwei Modelle "NAFA" (Nachschulung alkoholauffaelliger Fahranfaenger) und "ALFA" (Alkohol und Fahren). Bisher gibt es nur wenige Evaluationsstudien. Fuer "NAFA" konnte eine Reduktion der Rueckfaelle nachgewiesen werden. 1986 wurde fuer motorisierte Zweiradfahrer ein Stufenfuehrerschein eingefuehrt. Fahranfaenger durften nur leichte Motorraeder fahren. Trotz nachgewiesener positiver Effekte musste er aufgrund der EU-Regelung aufgegeben werden. Noch in der Testphase befindet sich "DRUGS" (Drogen und Gefahren im Strassenverkehr), ein spezieller Kurs fuer drogenbezogene Verkehrsdelikte. Die freiwilligen Massnahmen umfassen zahlreiche Angebote, darunter Sicherheitstrainingskurse und Erziehungskampagnen, die sich an Fahranfaenger beziehungsweise junge Fahrer richten. Anbieter sind unter anderem der Deutsche Verkehrssicherheitsrat, die Verkehrswachten und die Autohersteller. Zur Gesamtaufnahme siehe ITRD-Nummer D335956. (KfV/A)

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  • English

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  • Accession Number: 01199898
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • ISBN: 3-7070-0040-0
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 5:50PM