Stand der Planungen fuer Nordost- und Nordwestring um Wien sowie der B 301

Mit dem Infrastrukturfinanzierungsgesetz 1997 wurde der Autobahnen- und Schnellstrassen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft (ASFINAG) das gesamte Autobahnen- und Schnellstrassennetz Oesterreichs zur Bewirtschaftung uebertragen. Da die ASFINAG rund 75 Milliarden Schilling Schulden der Republik Oesterreich aus dem Autobahnbau uebernehmen musste, wurde ihr das Recht uebertragen, Maut beziehungsweise Vignettenbeitraege sowie Gelder aus Mieten und Pachten einzuheben. Die Finanzierung der an die ASFINAG uebertragenen Aufgaben ist nur mit zusaetzlichen Einnahmen durchfuehrbar. Deshalb ist die Einfuehrung einer Lkw-Maut geplant. Seit 1992 laufen die Vorarbeiten. Mautpflichtig sollen alle Kraftfahrzeuge ueber 3,5 Tonnen sein. Vorgesehen ist ein halboffenes duales System. "Dual" bedeutet, dass es eine Wahlmoeglichkeit zwischen konventioneller Bezahlung oder Bezahlung ueber Funk geben wird. Fuer die Nutzung dieser "Tele-Maut" wird im Fahrzeug eine genormte "On Board Unit" (OBU) angebracht. Der mautpflichtige Verkehr erhaelt eine eigene Spur. Bis 2002 sollen 23 Hauptmautstellen und 67 Nebenmautstellen errichtet werden. Bei den Mautstellen sind fuer die Pkw-Spuren technische Einrichtungen fuer die bildliche Erfassung von Lkw vorgesehen, so dass Mautpreller sofort bestraft werden koennen. Die Mauteinnahmen dienen der Erhaltung und dem Ausbau des Strassennetzes sowie der Verbesserung und Schaffung von Service- und Infrastruktureinrichtungen. Die Studie "Gestaltung des Strassennetzes im Donaueuropaeischen Raum unter besonderer Beachtung des Wirtschaftsstandortes Oesterreich" des Wirtschaftsministeriums diente einer Neubewertung von Strassenverbindungen zu den Reformstaaten. Auf ihrer Grundlage muessen weitergehende verkehrstraegeruebergreifende Untersuchungen vorgenommen werden. Deshalb sind die derzeit diskutierten Strassenprojekte in der Ostregion nur als erste grundsaetzliche verkehrspolitische Vorstellungen zu sehen. Fuer Wien geht es vor allem darum, den regionalen und ueberregionalen Transitverkehr aus dem Stadtgebiet auszulagern. Dafuer muesste laengerfristig neben der bereits in Planung befindlichen Nordwestspange auch eine Nordostspange inklusive einer sechsten Donauquerung realisiert werden. Mit der Aussenring-Autobahn A21, der B 301 Wiener Suedrandstrasse, der Nordostumfahrung mit sechster Donauquerung, der B 302 Wiener Nordrandstrasse und der B 208 Eibesbrunnerstrasse (Nordwestumfahrung) wuerde Wien einen leistungsfaehigen Umfahrungsring erhalten. Der donauquerende Kfz-Verkehr in Wien hat sich zwischen 1985 und 1995 um mehr als 50 Prozent auf 345.000 Kfz pro Tag erhoeht. Davon entfallen rund 18.000 Kfz auf den Durchzugsverkehr. Bis 2011 ist mit einem Anstieg des Durchzugsverkehr auf 36.000 Kfz zu rechnen. Eine Nordostumfahrung mit einer sechsten Donauquerung wuerde unter anderem zu einer Aufnahme des weitraeumigen Durchgangsverkehrs und des regionalen Durchgangsverkehrs, zur Erschliessung von Siedlungsgebieten im Norden und Osten von Wien und zur Anbindung von kurzfristig zu errichtenden Gueterverkehrszentren Wien/Inzersdorf und Albern fuehren. Abschliessend wird detailliert auf den Planungsstand der Nordostumfahrung von Wien, der B 301 Wiener Suedrandstrasse und der B 208 Eibesbrunnerstrasse (Nordwestumfahrung) eingegangen. Zur Gesamtaufnahme siehe ITRD-Nummer D335936. (KfV/A)

  • Authors:
    • ENGLEDER, B
  • Publication Date: 1999

Language

  • German

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Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01199874
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 5:50PM