Verkehrskonzept im Wiener Umland

Aufgrund der bisherigen Entwicklung in Niederoesterreich ist davon auszugehen, dass erst bei 700 Pkw und Kombi pro 1.000 Einwohner die Saettigungsgrenze erreicht sein wird. 1999 liegt sie bei 550, weshalb in den naechsten Jahren mit einer weiteren Zunahme der Motorisierung zu rechnen ist. Weiters ist davon auszugehen, dass sich der Trend der Abwanderung von Wien in das niederoesterreichische Umland fortsetzen wird, was vor allem zu weiter steigendem Berufsverkehr fuehren wird, da der Arbeitsplatz in Wien meist beibehalten wird. Die Wiener Stadtgrenze wird taeglich von rund 650.000 Kraftfahrzeugen pro Tag in beiden Fahrtrichtungen ueberschritten. Davon entfallen nur etwa zehn Prozent auf den grenzueberschreitenden Durchgangsverkehr. Es ist jedoch davon auszugehen, dass sich dieser in den naechsten Jahren verdoppeln bis verdreifachen wird. Massnahmen und Strategien muessen somit den Nahverkehr einerseits und den ueberregionalen Verkehr und Fernverkehr andererseits einbeziehen. Im Nahverkehr geht es vorrangig darum, regelmaessige Fahrten im Berufs- und Ausbildungsverkehr auf den oeffentlichen Verkehr zu verlagern. Dies kann nur in Kombination mit einer restriktiven Politik der Parkraumbewirtschaftung, wie sie in Wien konsequent umgesetzt wird, gelingen. Mit Ausbau- und Beschleunigungsprogrammen auf verschiedenen Nahverkehrs-Bahnlinien soll eine Verlagerung von 30.000 Pendlern und somit von 60.000 taeglichen Fahrten von der Strasse auf die Schiene erreicht werden. Damit koennte die Verkehrsbelastung zu den Verkehrsspitzen am Morgen und am Abend um 20 Prozent verringert werden. In den letzten fuenf Jahren wurden rund sieben Milliarden Schilling in den Ausbau des oeffentlichen Verkehrs im Umland von Wien investiert. Die Massnahmen im Fernverkehr beziehen sich sowohl auf den Ausbau des Schienennetzes im Ost-West-Verkehr als auch auf den Ausbau der Autobahnen und den Bau einer Nordostumfahrung von Wien. Der Ausbau der Donauhaefen soll zu einer staerkeren Nutzung des Wasserweges fuehren. Angestrebt wird eine Verlagerung von 4.500 Lkw pro Tag von der Westautobahn auf die West-Eisenbahn und die Donau. Notwendig ist auch der Ausbau der Infrastruktur fuer die Telekommunikation. Zusaetzlich muss der sogenannte "Anliegerstrassenbereich" verbessert werden, etwa mit Kreisverkehren, Strassenraumgestaltung auf Hauptstrassen, Verkehrsberuhigungsmassnahmen und Ortsumfahrungen. Zur Gesamtaufnahme siehe ITRD-Nummer D335936. (KfV/A)

  • Authors:
    • ZIBUSCHKA, F
  • Publication Date: 1999

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01199873
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 5:50PM