Lasterhaft beguetert. Die Lkw-Lawine rollt

In den vergangenen zwoelf Jahren nahm der Pkw-Verkehr in Oesterreich um 79 Prozent zu, der Lkw-Verkehr dagegen um 184 Prozent. In der Ostregion kam es im Zuge der Ostoeffnung zu einer Vervierfachung des Lkw-Aufkommens im hochrangigen Strassennetz. Die Wiener Suedosttangente A23 wird beispielsweise im Durchschnitt taeglich von 8.500 Lkw befahren. Besonders starke Zunahmen waren auch auf neu errichteten Autobahnen zu verzeichnen. Der Anteil der Lkw-Verkehrsleistung an der gesamten Verkehrsleistung der Kraftfahrzeuge betraegt 13,6 Prozent. Der Gueterverkehr verursacht jedoch fast zwei Drittel des Stickoxid- und 39 Prozent des Kohlendioxid-Ausstosses. Russ, Laerm und Erschuetterungen sind weitere vom Lkw verursachte Belastungen. Das rasche Wachstum des Lkw-Verkehrs wird durch infrastrukturelle und wirtschaftliche Rahmenbedingungen ermoeglicht. Besonders der Warenaustausch mit den osteuropaeischen Laendern wird noch weiter zunehmen, wobei darauf geachtet werden sollte, dass der hohe Anteil der Schiene im Ostverkehr beibehalten wird. Die fuer den Transport auf dem Schiff oder der Schiene besonders geeigneten Massengueter nehmen mengenmaessig kaum noch zu, dagegen wachsen die Warenstroeme bei hoeherwertigen Halbfertig- und Fertigprodukten, die sehr zeitempfindlich sind. Schiene und Schiff hinken puncto Schnelligkeit und Zuverlaessigkeit oft hinterher. Notwendig waere daher der Ausbau der Schieneninfrastruktur. Oesterreichische Fraechter verlagern ihre Lkw-Flotten zunehmend nach Osteuropa, wodurch sie die Lohnkosten niedrig halten. Oesterreich musste mit dem EU-Beitritt die Strassenverkehrsabgabe senken. Dies ist bis heute nicht durch ein laengst diskutiertes Lkw-Road-Pricing kompensiert worden. Weitere Hindernisse fuer die Verlagerung des Gueterverkehrs auf die Schiene sind uneinheitliche Stromsysteme und Umschlagtechniken in den europaeischen Laendern sowie lange Wartezeiten an den Grenzuebergaengen. Billigen und reibungslosen Transport von Guetern sichert der verladenden Wirtschaft derzeit nur der Lkw. Niedrige Energiekosten und die Verlagerung der vom Lkw verursachten Kosten auf die Pkw-Fahrer fuehren dazu, dass die internationalen Konzerne ihre Lagerhaltung auf die Strasse verlegen, damit Lagerkosten sparen, und die Waren, ohne Ruecksicht auf Entfernungen, dort produzieren, wo die Lohnkosten und Steuern am niedrigsten, die Foerdermittel am hoechsten sind. Dringend notwendig waere daher eine fahrleistungsabhaengige Besteuerung der Lkw. In der EU sind gesetzliche Aenderungen zugunsten der Schiene bisher verhindert worden. Die Reduzierung der Lkw-Emissionen geht ebenfalls nur langsam vor sich, erst ab dem Jahr 2005 wird beispielsweise in der EU der Einbau von Partikelfiltern verbindlich. (KfV/A)

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 18-20
  • Serial:

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01199716
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 5:46PM