Modellvorhaben "Sanfte Mobilitaet" - Autofreier Tourismus". Mobilitaetsanalyse Gemeinde Bad Hofgastein

Das oesterreichische Wissenschaftsministerium fuehrt zusammen mit dem Umwelt- und Wirtschaftsministerium sowie dem Land Salzburg und den beiden Modellorten Bad Hofgastein und Werfenweng ein Modellvorhaben "Sanfte Mobilitaet - Autofreier Tourismus" durch. Mit diesem Projekt sollen umwelt-, verkehrs- tourismus- und technologiepolitische Ziele und Strategien Oesterreichs, wie sie im Nationalen Umweltplan und im Gesamtverkehrskonzept verankert sind, umgesetzt werden. Ziel der vorliegenden Mobilitaetsanalyse war es, Grundlagen fuer die Planungen zum Modellvorhaben "Sanfte Mobilitaet - Autofreier Tourismus" zu liefern. In jeweils eigenen Befragungen wurde das Verkehrsverhalten der Dauergaeste und Tagesgaeste, der Einwohner und Zweitwohnsitzer sowie der Tageseinpendler erhoben. Der Kurort Bad Hofgastein hat etwa 6.000 Einwohner und ist ein international bekannter Kur- und Wintersportort. Im Sommer 1998 wurden 255 Dauergaeste und 84 Tagesgaeste, im Winter 261 Dauergaeste und 118 Tagesgaeste befragt. Rund die Haelfte der Dauergaeste kommt aus Oesterreich, ein Drittel aus Deutschland. Das Anreiseverkehrsmittel der Dauergaeste ist im Winter zu 74 Prozent der Pkw, im Sommer zu 77 Prozent. Die durchschnittliche Anreisestrecke betraegt rund 500 Kilometer. Gepaecktransport, Umsteigenotwendigkeit, mangelnder Komfort, unguenstige Verbindungen und hohe Kosten nennen die Pkw-Fahrer als Gruende, nicht die Bahn zu benutzen. 85 Prozent der Dauergaeste unternahmen im Sommer an einem durchschnittlichen Urlaubstag mindestens einen Weg ausser Haus. Knapp ein Viertel dieser Wege wird mit dem Auto zurueckgelegt. Etwa zwei Drittel der Tagesgaeste benutzt fuer die Anreise den Pkw. Von den moeglichen Verkehrsmassnahmen wurden "fussgaengerfreundliche Gestaltung" und "attraktives regionales oeffentliches Verkehrssystem" am besten benotet. Jene Personen, die positive Vorstellungen mit dem Begriff "Sanfte Mobilitaet - Autofreier Tourismus" verbinden, begruenden dies mit den Argumenten "Laermreduktion", "Verkehrsberuhigung" und "Umweltschutz". Jene, die negativ eingestellt sind, koennen sich nicht vorstellen, ohne Auto am Urlaubsort genauso "flexibel" und "frei" zu sein wie mit dem Pkw. Die Befragung der Einwohner (N=309 Haushalte) und Zweitwohnsitzer (N=31) wurde in einer kombinierten schriftlichen und muendlichen Form durchgefuehrt. Knapp die Haelfte der Bevoelkerung kennt den Fahrplan der naechstgelegenen Haltestelle eines oeffentlichen Verkehrsmittels, von den Zweitwohnsitzern nur etwa ein Drittel. Etwa die Haelfte der Bevoelkerung gab an, ueber das Modellvorhaben, das sich waehrend der Befragung in der Startphase befand, schon etwas gehoert zu haben. Bei den Zweitwohnsitzern war es nur ein Drittel. Die Anzahl der Wege pro Person betraegt werktags 2,9 und am Sonntag 1,9. Der Pkw-Lenker-Anteil liegt werktags bei 45 Prozent, am Sonntag bei 41 Prozent. Gut drei Viertel der Wege werden werktags innerhalb des Gemeindegebietes zurueckgelegt. Die telefonische Befragung von 54 Tageseinpendlern ergab, dass mehr als zwei Drittel den Fahrplan der zum Wohnort naechstgelegenen Haltestelle eines oeffentlichen Verkehrsmittels kennen. Dennoch werden knapp 80 Prozent der Wege mit dem Pkw zurueckgelegt. (KfV/A)

  • Authors:
    • HERRY, M
    • SCHUSTER, M
    • RUSS, M
  • Publication Date: 1999

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01199710
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 5:46PM