Nutzung von Inlineskates im Strassenverkehr. Differenzierte Sicherheitsbetrachtungen

Ziel der Arbeit war es, notwendige Rahmenbedingungen fuer den sicheren Inlineskaterverkehr zu eroertern und geeignete Verkehrsflaechen fuer die Integration der Inlineskater in den Strassenverkehr zu beschreiben. Fuer die Oeffnung weiterer Verkehrsflaechen zugunsten des Inlineskaterverkehrs sind detaillierte Kenntnisse ueber das Fahrverhalten der Skater erforderlich, weshalb der Einfluss der Fahrbahnbreite und des Fahrbahnbelags auf das Sicherheitsniveau der Inlineskater sowie der Einfluss der unterschiedlichen Fahrsituationen untersucht wurde. Das Fahrverhalten der Inlineskater wurde zur systematischen Beobachtung und Auswertung auf Videoband aufgezeichnet. In einem Parcours wurden verschiedene Fahrbahnen simuliert und von 37 Probanden mehrmals befahren. Die Auswertung von 1.143 Sicherheitsbewertungen, 230 Geschwindigkeitsmessungen und 200 Verzoegerungsmessungen bot eine fundierte Datengrundlage fuer differenzierende Analysen. Inlineskater mit geringem Fahrkoennen beeintraechtigen die Verkehrssicherheit am staerksten. Besondere Risiken ergeben sich durch das Bremsen. Das Sicherheitsniveau aller Koennenstufen wird entscheidend von der Fahrbahnbreite beeinflusst. Inlineskater reagieren sensibel auf Veraenderungen des Fahrbahnbelags. Bei starker Verschmutzung koennen sie ihre Bewegungen nicht mehr ausreichend sicher kontrollieren. Leichte Verschmutzungen senken den Reibungswert des Fahrbelags. Aus der Analyse des Fahrverhaltens ergeben sich Mindestanforderungen an den Verkehrsraum. Sie werden in Form einer Bewegungsschablone zusammengefasst und ermoeglichen die Eignungspruefung verschiedener Verkehrsflaechen. Die Fahrbahnbreite sollte 1,5 Meter nicht unterschreiten, Verkehrsflaechen mit unguenstigem Fahrbahncharakter (zum Beispiel Kies oder Pflasterbelag) sind fuer den Inlineskaterverkehr nicht geeignet. Im Bereich von Knotenpunkten sowie auf Streckenabschnitten, auf denen hohe Geschwindigkeiten erreicht werden koennen, muss wegen des geringen Bremsvermoegens der Skater gute Uebersichtlichkeit gewaehrleistet sein, das heisst, die Inlineskater muessen durch einen ausreichenden Abstand oder eine bauliche Trennung von Fahrzeugen mit hoher Geschwindigkeit ferngehalten werden. Die Aussagekraft der Bewegungsschablone wurde in einer Tempo-30-Zone mit Einbahnverkehr ueberprueft. Die Ergebnisse der Erhebung bestaetigen, dass die Verkehrsteilnahme der Inlineskater auf der Tempo-30-Verkehrsflaeche zu keinen nennenswerten Konflikten fuehrt. Inlineskater lassen sich somit in den Verkehr integrieren. Vorhandene Verkehrsflaechen koennen anhand der Bewegungsschablone auf ihre Eignung fuer den Inlineskaterverkehr ueberprueft werden. Fuer Skater sind bei Anwendung dieser Verkehrsschablone folgende Verkehrsflaechen geeignet: Fussgaengerzone, Gehweg, Radweg, Radfahrstreifen innerorts, Busspur innerorts, verkehrsberuhigter Bereich, Spielstrasse und Tempo-30-Fahrbahn. Nicht geeignet sind dagegen Radfahrstreifen ausserorts, Schutzstreifen innerorts und Tempo-50-Fahrbahnen. Besonderer Diskussionsbedarf ergibt sich aus dem inhomogenen Fahrkoennen. Es ist zu ueberlegen, ob die Teilnahme am "schnellen Verkehr" nicht von einer Fahrerlaubnis abhaengig gemacht werden sollte. Aus den Untersuchungsergebnissen werden Empfehlungen zur Sicherheitsarbeit abgeleitet. (KfV/A)

  • Corporate Authors:

    UNIVERSITAET KAISERSLAUTERN, ARCHITEKTUR, RAUM- UND UMWELTPLANUNG, BAUINGENIEURWESEN, FACHGEBIET VERKEHRSWESEN

    PAUL-EHRLICH-STRASSE 14
    KAISERSLAUTERN,   DEUTSCHLAND BR  D-67663
  • Authors:
    • LAEUFER, S
  • Publication Date: 1999-8

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 86S

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01199705
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 5:46PM