Die wahrhafte Falschaussage

Es werden verschiedene Aspekte der Verfaelschung von Aussagen Unfallbeteiligter diskutiert. Der Gerichtssachverstaendige muss die Zusammenhaenge zwischen subjektiver und objektiver Wahrheit immer wieder herausarbeiten, wobei er sich in die Lage der vernommenen Personen versetzen muss und dabei zu ueberlegen hat, welchen Eindruck die betreffende Person vom Geschehensablauf gewinnen konnte. Dabei muessen die Grenzen der psychophysischen Auffassungsmoeglichkeiten und Fragen des Gedaechtnisses beruecksichtigt werden. Auch die Tendenz, jeden Verkehrsunfall auf Verschulden zurueckzufuehren und dementsprechend zu ahnden, ist fuer die Einschaetzung von Aussagen Unfallbeteiligter zu beruecksichtigen. Bei der Bewertung von Aussagen sind auch Beruf und Charaktereigenschaften sowie Solidarisierungseffekte und Verallgemeinerungen zu beachten. Personen mit Autoritaetsberufen, wie beispielsweise Lehrer oder Polizeibeamte, geben selten Erinnerungsluecken oder Beobachtungsmaengel zu. Auch das Phaenomen der Schuldverdraengung kann zu verfaelschten Aussagen fuehren. Besonders bei gravierenden Unfaellen ist diese Form des Selbstschutzes haeufig zu beobachten. Vortrag, gehalten zum Thema "Unfallrekonstruktion: eine gemeinsame Aufgabe von technischen Sachverstaendigen und Verkehrspsychologen" des 37. BDP-Kongresses fuer Verkehrspsychologie vom 14.-16.9.1998 in Braunschweig. Siehe auch Gesamtaufnahme des Kongresses, ITRD-Nummer D344401.

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 235-46
  • Monograph Title: Fahrerassistenzsysteme: Fragen an die Psychologie aus der Sicht des Kfz-Ingenieurs
  • Serial:

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01199351
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • ISBN: 3-931589-31-5
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 5:39PM