Wirkung von Tempo 30 - nur Vorschrift oder auch bauliche Unterstuetzung?

Wohnstrassen und Tempo 30-Zonen sind geeignete Instrumentarien, um in Wohngebieten menschengerechte Geschwindigkeiten zu erreichen. Bei Tempo 30 erhoeht sich die Verkehrssicherheit und die Wohnqualitaet wird verbessert. Die beste Wirkung und die hoechste Akzeptanz in der Bevoelkerung erzielt man durch die gemeinsame Verordnung von Tempo 30 und baulichen Massnahmen. Bauliche Massnahmen scheitern in der Praxis oft an fehlenden finanziellen Mitteln der Gemeinden. Anhand verschiedener Beispiele aus der Schweiz, Oesterreich und Deutschland wird gezeigt, dass Tempo 30-Zonen ohne bauliche Massnahmen besser sind als Strassen mit der zulaessigen Hoechstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern. Das Geschwindigkeitsniveau ist in Tempo 30-Zonen ohne bauliche Beruhigungsmassnahmen hoeher als in solchen mit baulichen Beruhigungsmassnahmen, aber niedriger als auf Strassen mit der zulaessigen Hoechstgeschwindigkeit. Ein Rueckgang der Unfaelle laesst sich in Tempo 30-Zonen ohne bauliche Massnahmen nicht generell feststellen. In Wien gingen jedoch die Unfaelle mit Personenschaden in einzelnen Faellen um 40 Prozent zurueck. Auf die Verletzungsschwere wirken sich jedoch Tempo 30-Zonen ohne bauliche Massnahmen positiv aus. Ein niedrigeres und gleichmaessigeres Geschwindigkeitsniveau bietet guenstige Voraussetzung fuer eine Qualitaetsverbesserung des Wohnumfeldes. Viele Vorteile hat die Einfuehrung einer zulaessigen Hoechstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern im Ortsgebiet. Nicht mehr die Bewohner einzelner Gebiete, sondern alle Stadt- und Gemeindebewohner kommen gleichzeitig in den Genuss einer Verkehrsberuhigungsmassnahme. Radwege oder Radfahrstreifen wuerden grossteils unnoetig. Abschliessend wird beispielhaft ein Planungsablauf auf der Grundlage einer fuer Wohngebiete generell zulaessigen Hoechstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern dargelegt. In Ausnahmefaellen soll es den Behoerden moeglich sein, hoehere beziehungsweise niedrigere Geschwindigkeiten zu verordnen. Der Planungsablauf erfolgt in folgenden fuenf Schritten: 1. Generelle Planung; 2. Festlegung von kurzfristigen konkreten Massnahmen; 3. Wirksamkeitspruefung und Akzeptanz der durchgefuehrten Massnahmen; 4. Festlegung von mittelfristigen Massnahmen und 5. Festlegung von langfristigen Massnahmen - Zielerreichung. Zur Gesamtaufnahme siehe ITRD-Nummer D335887. (KfV/A)

  • Authors:
    • ROBATSCH, K
  • Publication Date: 1999

Language

  • German

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Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01199051
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 5:33PM