Konzeptionelle und experimentelle Analyse von Nutzerbeduerfnissen im Entwicklungsprozess

Fahrerassistenzsysteme werden in Zukunft in immer hoeherem Ausmass den Fahrer aktiv unterstuetzen mit dem Ziel, das Autofahren komfortabler, sicherer und effizienter zu gestalten. Dies laesst sich nur durch benutzergerechte Systeme erreichen, die den menschlichen Faehigkeiten und Beduerfnissen angepasst sind. Somit basiert die funktionale Spezifikation und Entwicklung von aktiven Fahrerunterstuetzungssystemen auf der praezisen Analyse menschlichen Verhaltens und den daraus abgeleiteten Nutzerbeduerfnissen ("User Needs Analysis"). Einzelne Schritte sind dabei: - Analyse der Marktsituation und des Innovationspotenzials; - Unfalldatenanalyse zum Verstaendnis von Fahrfehlern und Risiken; - Task Analysis als Analyse des prinzipellen Handlungsablaufes; - Situation Analysis als Analyse des situativen Umfeldes der Handlung; - Activity Analysis als Analyse der intra- und interindividuellen Variabilitaet ermittelt durch Fahrversuche; - Analyse von Laienvorstellungen und Produktkonzepten durch Focus-Groups; - Analyse von Expertenwissen (zum Beispiel Fahrlehrer) durch Focus-Groups sowie - Analyse von Einstellungen und moeglicher Produktakzeptanz durch repraesentative Befragungen. Die Definition innovativer Produktkonzepte versteht sich dann als kreativer Prozess der Uebersetzung und Integration von Beduerfnissen in Produktkonzepte. Im naechsten Schritt gilt es, durch Konzepttests realistische von unrealistischen Konzepten zu trennen. Dazu dienen einschlaegige Beurteilungskategorien zur Abschaetzung von Systemverstaendlichkeit, Kontrollierbarkeit, moeglichem Missbrauchspotenzial, zu erwartende Produktakzeptanz, oekonomische Darstellbarkeit und technische Realisierungsmoeglichkeit. Die funktionale Spezifikation erfolgt dann fuer die ausgewaehlten Systeme. Sie beschreibt das Systemverhalten allgemein und fuer spezifische Situationen einschliesslich der fundamentalen Aspekte der Nutzer-System-Interaktion. Daraus abgeleitet erfolgt dann die Definition der Mensch-Maschine-Schnittstelle unter Anwendung einschlaegiger Normen. Waehrend der technischen Entwicklung gilt es, begleitend kundenorientierte Assessments durchzufuehren, deren Ziel die Verifikation des realisierten Produktes an den ermittelten Beduerfnissen und definierten Spezifikationen ist. Dies wird durch expertenbasierte Checklisten und verbraucherbasierte Fahrversuche (Car Clinics) realisiert. (A) Beitrag zum Themenblock "Nutzerverhaltensbeobachtung" des gemeinsamen Symposiums der Forschungsvereinigung Automobiltechnik e.V. (FAT) und der Bundesanstalt fuer Strassenwesen am 1. Juli 1999 in Bergisch Gladbach. Siehe auch Gesamtaufnahme des Symposiums, IDS-Nummer D342877.

Language

  • German

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Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01198901
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 5:30PM