Der Einfluss von Anti-Hypertonika auf psychische Anforderungen im Strassenverkehr

Der einleitende theoretische Teil behandelt Allgemeines ueber den Bluthochdruck, die gesundheitliche Eignung zum Lenken von Kraftfahrzeugen nach der oesterreichischen Fuehrerscheingesetz-Gesundheitsverordnung, die im Anhang abgedruckt ist, weiters die Auswirkungen von Bluthochdruck auf die physische und psychische Leistungsfaehigkeit sowie Fragen der Verkehrssicherheit aus der Sicht der Verkehrspsychologie. Bluthochdruck ist erkenn- und behandelbar. Ein gut eingestellter Hypertoniker stellt im normalen Strassenverkehr keine Gefaehrdung dar. Spezielle Situationen wie Unfaelle, dichter Stadtverkehr oder Monotonie auf Autobahnen koennten jedoch einen Hypertoniker, moeglicherweise auch aufgrund seiner Medikation, mehr belasten als gesunde Autofahrer, weil sie kritische Blutdrucksteigerungen induzieren. Und dies koennte zu Fahrfehlern oder Leistungsbeeintraechtigungen fuehren. Ziel der im Anschluss an den theoretischen Teil vorgestellten experimentellen Untersuchung war es, diese Problematik zu ueberpruefen. Im Vordergrund stand dabei die Frage, ob es bei laengerer Unterforderung durch eine reizarme Situation unter antihypertensiver Behandlung in Verbindung mit der sitzenden Position beim Autofahren zu einem staerkeren Abfall der Leistungsfaehigkeit im Reaktionsverhalten kommt als im Vergleich dazu bei normotonen Personen. 41 Personen wurden getestet. 21 Hypertoniker bildeten die Versuchsgruppe, die restlichen 20 Personen waren Normotoniker und stellten die Kontrollgruppe dar. Beide Gruppen waren gemischtgeschlechtlich und alle Personen im Alter zwischen 40 und 55 Jahren. Die Untersuchungen wurden zu verschiedenen Tageszeiten durchgefuehrt. Zunaechst erfolgte eine Erhebung der sozialdemographischen Daten, das Ausfuellen eines Befindlichkeitsfragebogens und eine medizinische Untersuchung durch eine Aerztin. Der anschliessende Test bestand aus drei Teilen, einer Uebung fuer den spaeteren Reaktionstest RST3, einem Vigilanztest (VIGO), mit dem die Testpersonen in einen monotonen Zustand versetzt werden sollten, und gleich anschliessend aus der Stressphase des RST3. Waehrend der Testung wurden fuenf Blutdruckmessungen durch einen automatischen Blutdruckmesser am Handgelenk durchgefuehrt. Zu allen Untersuchungszeitpunkten zeigte die Gruppe der Hypertoniker hoehere Blutdruckwerte, nur bei der Blutdruckamplitude gab es keinen Unterschied. Die Leistungen beim Reaktionstest waren bei den Hypertonikern generell niedriger als bei den Normotonikern, bewegten sich aber noch im guten Normbereich. Die Hypertoniker wiesen signifikante Einschraenkungen der Leistungen bei der Anzahl richtiger und ausgelassener Reaktionen auf. Es laesst sich der Schluss ziehen, dass die Leistung beim Stress-Belastungstest dann besonders eingeschraenkt ist, wenn der Hypertoniker nicht in vollem Ausmass in der Lage ist, eine anforderungsgerechte Erhoehung des Blutdrucks in der Diastole zu erreichen. Medikamente, die ueberwiegend auf das Blutvolumen wirken oder den Gefaesstonus beeinflussen, wirken sich unguenstig auf die Leistung im Strassenverkehr aus. Es sollten daher eher Medikamente eingesetzt werden, die die Herzleistung verbessern und die Anpassungsfaehigkeit des Gefaesssystems erhoehen. (KfV/A)

  • Corporate Authors:

    UNIVERSITAET WIEN, GRUND- UND INTEGRATIVWISSENSCHAFTLICHE FAKULTAET

    DR. KARL LUEGER-RING 1
    WIEN,   OESTERREICH  A-1010
  • Authors:
    • DANZER, K
  • Publication Date: 1999-6

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 164S

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01198777
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 5:28PM