Das spezifische Verkehrspotential bei beschraenktem Parkplatzangebot

Ein Parkfeld erzeugt Verkehr. Das Verkehrsaufkommen wird ueblicherweise ueber das spezifische Verkehrspotential berechnet als Funktion der Parkplatznutzung. Die Forschungsarbeit untersucht ausschliesslich das Verhalten von Mitarbeiter-Parkfeldern, welche regelmaessig wiederkehrende Vorgaenge beschreiben. Die Auswahl von geeigneten Untersuchungsobjekten gestaltete sich hinsichtlich mehreren Randbedingungen schwieriger als erwartet. Gesucht waren Firmen mit Parkierungsproblemen, welche als ein abgeschlossenes System betrachtet und damit moeglichst ohne Nebeneinwirkungen untersucht werden konnten. Viele externe Einfluesse waren aus dem Umfeld eines Objektstandortes nicht eruierbar und ergaben in der statistischen Auswertung niedrige Repraesentativitaet der untersuchten Datenmenge. Die Auswirkungen muessen fallweise abgeschaetzt und beurteilt werden. Analogien fuer weitere Nutzungsbereiche sind mit hoher Eigenverantwortung moeglich. Die Anwendung fuer abweichende Faelle ist weder gesichert, noch stehen weitere Unterlagen dafuer zur Verfuegung. Aus dem Forschungsansatz werden folgende Thesen aufgestellt: These 1. Werden weniger Parkfelder erstellt als nach VSS-Norm erlaubt, wird die Verkehrserzeugung (MIV) pro Parkfeld einer Firma groesser. These 2. Werden weniger Parkfelder erstellt als nach Norm vorgesehen, wird die Verkehrserzeugung pro Arbeitsplatz einer Firma kleiner. Als Mass der Parkplatzknappheit und in Anlehnung an die Norm SN 641400 werden die errechneten Bedarfswerte (Grenz-, minimal und maximal reduzierter Bedarf) gewaehlt und mit der vorhandenen Anzahl Parkfeldern verglichen. Dabei werden die gemessenen Fahrten pro Tag der Parkierungsanlage anhand der Anzahl Parkfelder oder der Anzahl Arbeitsplaetze betrachtet. Die Auswirkungen auf die Morgen- beziehungsweise Abendspitzenstunden werden speziell untersucht und es kann festgestellt werden, dass fuer diese beiden Stunden die gleichen Gesetzmaessigkeiten gelten. Fuer die begrenzte Betrachtung von Mitarbeiter-Parkierungsanlagen ergibt dies durchaus einen Sinn, doch ist dabei die hoehere Belastung des Strassennetzes waehrend der Abendspitzenstunde zu beruecksichtigen. Auch wenn andere Einfluesse zu einer geringen statistischen Sicherheit beim SVP Parkfeld fuehren (SVP Spezifisches Verkehrspotential = Summe aller Zu- und Wegfahrten pro Parkfeld), laesst sich ein eindeutiger Trend erkennen und in Form von Faustformeln (gueltig fuer Angestellten-Parkfelder) zusammenfassen. Die Analyse vom SVP Parkfeld ergibt fuer die Tagesauswertung leicht hoehere Werte als fuer die Anwendung in den Spitzenstunden. "Tagesauswertung" : Eine Halbierung der Parkfelderzahl reduziert die Anzahl Fahrten um circa ein Drittel oder eine Halbierung der Parkfelderzahl erhoeht die Fahrten pro Parkfeld (SVP) um ein Drittel. "Morgen- und Abendspitzenstunde'': Eine Halbierung der ParkfelderzahI reduziert die Anzahl Fahrten um circa 40 Prozent oder eine Halbierung der Parkfelderzahl erhoeht die Fahrten pro Parkfeld (SVP) um 20 Prozent. Sodann bestimmen die Organisation und Bewirtschaftung einer Parkierungsanlage deren Auslastungsgrad massgeblich. Aus der stuendlichen Erfassung der Anzahl Ein- und Ausfahrten ergibt sich bezueglich der Auslastung einer Parkierungsanlage folgendes: Bei einer festen Zuteilung der Parkfelder kann bei 60 Prozent und beim Pool-System ab 80 Prozent von einer guten Auslastung gesprochen werden. (A)

  • Corporate Authors:

    BUNDESAMT FUER STRASSENBAU

    MONBIJOUSTR. 74
    BERN,   SUISSE  CH-3003
  • Authors:
    • WALTER, B
    • ZUBERBUEHLER, R
  • Publication Date: 1998-1

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 38S+Anh.
  • Serial:
    • Issue Number: 411

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01198517
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 5:23PM