Kombinierte Unter- und Ueberfuehrungen fuer FussgaengerInnen und VelofahrerInnen

Kombinierte Unter- und Ueberfuehrungen sind Verkehrsanlagen zur Ueberwindung von Hindernissen wie Bahnlinien, Strassen oder Gewaesser, die von FussgaengerInnen und RadfahrerIinnen gemeinsam benutzt werden. Durch die Mitbenutzung von Fussgaengeranlagen koennen Luecken im Netz der Radrouten geschlossen werden. Solche Anlagen bergen wegen der gleichzeitigen Benutzung durch FussgaengerInnen und vergleichsweise schnelle RadfahrerInnen ein Potenzial von Konflikten in sich. Dieses gilt es beim Entwurf einer neuen Unter-/Ueberfuehrung oder bei der Oeffnung einer bestehenden Fussgaengeranlage fuer Zweiraeder zu minimieren. Konflikte oder Stoerungen treten freilich ueberall im Strassennetz auf. Ob sie akzeptierbar sind, haengt davon ab, wie schwer sie sind und wie haeufig sie vorkommen. Die Haeufigkeit und das Mass von Stoerungen ergibt sich aus der Menge, der Zusammensetzung und dem Verhalten der BenutzerInnen und aus den Merkmalen der Anlage. Angestrebt wird eine gute Vertraeglichkeit zwischen FussgaengerInnen und RadfahrerInnen. Vertraeglichkeit ist dann erreicht, wenn die Ansprueche aller BenutzerInnen auf Sicherheit, Umwegfreiheit und Komfort weitgehend erfuellt sind. Die vorliegende Forschungsarbeit leitet aus der Beobachtung des Verkehrsgeschehens an sechs kombinierten Unterfuehrungen und aus der Besichtigung von weiteren 44 Anlagen empirisch ab, wie kombinierte Unter-/Ueberfuehrungen auszubilden sind. Wichtigste Groessen sind die Sichtweite, die Breite, die Neigung der Rampen, die Radien und die betriebliche Loesung. Gegebenenfalls muessen spezielle Massnahmen getroffen werden, um die Geschwindigkeit der RadfahrerInnen zu drosseln, um Gefahrenpunkte erkenntlich zu machen oder um die Sicht zu verbessern. Der Bericht enthaelt Checklisten fuer das Vorgehen und Richt- beziehungsweise Minimalwerte fuer das Normalprofil, die Linienfuehrung und die Sichtweite. Diese Hilfsmittel dienen dem Planer beim Projektentwurf einer neuen Anlage sowie beim Eignungsnachweis, ob eine Fussgaengeranlage fuer den Radverkehr geoeffnet werden kann. Die Empfehlungen des Berichts sollen in die zu revidierenden Normen der VSS betreffend "Fussgaengerunterfuehrungen " (SN 640 390 bis 392) einfliessen. Bei der Untersuchung kombinierter Unter-/Ueberfuehrungen in der ganzen Schweiz, die sich bewaehren, kommt die Forschungsstelle zum Schluss, dass die Zulassung von RadfahrerInnen in vielen Faellen, selbst bei engen Verhaeltnissen verantwortet werden kann. Auch wenn sich einzelne FussgaengerInnen oder RadfahrerInnen, vor allem am Anfang, subjektiv behindert oder gefaehrdet fuehlen, darf dies kein Grund gegen derartige Anlagen sein. Keine noch so grosszuegige Anlage garantiert Stoerungsfreiheit, da Fehlverhalten einzelner BenutzerInnen nie mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann. Ob Radfahren in einer konkreten Anlage gestattet wird, ist im Einzelfall zu entscheiden. Kombinierte Unter-/Ueberfuehrungen fuer FussgaengerInnen und RadfahrerInnen sind Anlagen, die bei der Verwirklichung von Fuss- und Radwegnetzen in den meisten Faellen eine zweckmaessige Losung darstellen.

  • Corporate Authors:

    BUNDESAMT FUER STRASSENBAU

    MONBIJOUSTRASSE 74
    BERN,   SUISSE  CH-3003
  • Authors:
    • BACHMANN, P
    • PESTALOZZI, C
  • Publication Date: 1998-4

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 53+29S
  • Serial:
    • Issue Number: 408

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01198514
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 5:23PM