Stellungnahme zum Aufsatz "Generalpraevention und Trunkenheit im Strassenverkehr - bisherige Erkenntnisse im In- und Ausland", IDS-Nummer 340784.

Der Auffassung des Autors des Artikels, zu dem Stellung genommen wird, ueber die de facto-Unwirksamkeit einer Grenzwertabsenkung auf 0,5 Promille wird widersprochen. Solche Schluesse ueber die de facto-Unwirksamkeit haben in Deutschland wie in Oesterreich dazu gefuehrt, dass die Einfuehrung dieser gesetzlichen Massnahme erheblich verzoegert wurde und dass die deutlichen Unfallsenkungen, wie sie zum Beispiel in Oesterreich nach Absenkung zu verzeichnen waren, nicht schon frueher Platz gegriffen haben. Man kann nicht von der Theorie ausgehen, dass eine Absenkung des Grenzwertes bei Personen, die fallweise oder oefter den urspruenglich hoeheren Grenzwert ueberschritten haben, keine Verhaltensaenderung ausloest. In den meisten Faellen wird die persoenliche Alkoholisierung falsch - bei geringerer Alkoholisierung meist zu hoch - eingeschaetzt. Bei einer Absenkung des Grenzwertes werden auch bei hoeheren Alkoholisierungsgraden Absenkungen feststellbar sein. Nicht verstaendlich ist auch die Meinung, eine Absenkung der Promillegrenze setze den Konsens ueber die Verwerflichkeit einer Alkoholfahrt aufs Spiel. So wurde in Oesterreich das Gegenteil festgestellt: Alkohol wird nicht mehr in dem Masse als akzeptabel oder sozial tolerierbar gesehen wie frueher. Fuer die 0,5-Promille-Grenze spricht ausserdem, dass es sich hier um eine Alkoholisierung handelt, bei der Kontrollverlust noch nicht gegeben und daher ein Abbrechen des Alkoholkonsums relativ leicht moeglich ist. Der zitierten Unfallstudie, wonach das Unfallrisiko erst ab 0,8 Promille deutlich messbar ansteige, stehen zahlreiche andere Untersuchungen gegenueber, in denen deutlich negative Auswirkungen bereits ab 0,3 Promille festgestellt wurden.

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 378-81
  • Serial:
    • Blutalkohol
    • Volume: 36
    • Issue Number: 6
    • Publisher: Bund gegen Alkohol im Strassenverkehr eV
    • ISSN: 0006-5250

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01198074
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 5:14PM