Verbesserung und Abstimmung des Pruefverfahrens zur Bestimmung der Hitzebestaendigkeit von Heissplastikmassen

Thermoplastische Markierungsstoffe werden nach prEN 1871 einer Hitzebestaendigkeitspruefung unterzogen. Der im Zusammenhang mit der Erarbeitung dieser Norm durchgefuehrte Ringversuch ergab eine breite Streuung der nach der Hitzebehandlung erhaltenen Pruefwerte. Dies gilt insbesondere fuer die Schlag- und Eindringfestigkeit. Im Rahmen der in der BASt durchgefuehrten Untersuchungen konnte durch Messung der Temperaturverteilung in den Heissplastikmassen waehrend der Hitzebestaendigkeitspruefung nachgewiesen werden, dass der verwendete Ruehrertyp von entscheidender Bedeutung fuer die Pruefergebnisse ist. Die Anwendung eines 2-Blatt-Ruehrers fuehrt zu einem ungleichmaessigen Temperaturprofil innerhalb des Probegefaesses. Durch die Verwendung eines 4-Blatt-Ruehrers wird ein erheblich homogeneres Temperaturprofil erzielt. Die der Hitzebestaendigkeitspruefung folgenden Materialpruefungen bestaetigen den Einfluss des Ruehrertyps auf die Ergebnisse. Dieser Einfluss ist insbesondere bei der Pruefung auf Eindring- und Abriebsfestigkeit festzustellen. Die thermische Alterung fuehrt bei den meisten Proben zu einer Verhaertung beziehungsweise Versproedung des Materials. Dieser Effekt ist aufgrund der besseren Durchmischung bei Anwendung des 4-Blatt-Ruehrers deutlicher ausgepraegt. Die Hitzebestaendigkeitspruefung fuehrt ueberwiegend zu einer Veraenderung der mechanischen Eigenschaften des Materials, wie durch die Messung des Brechpunktes sowie der Schlagfestigkeit und Abriebfestigkeit nachgewiesen werden konnte. Optische Eigenschaften wie der Leuchtdichtefaktor und die Normfarbwertanteile x, y bleiben nahezu unbeeinflusst durch die thermische Behandlung. Ebenso gering ist der Einfluss auf die Pigment- und Bindemittelgehalte und den Erweichungspunkt des Materials. Fuer die Pruefung der Schlagfestigkeit der thermoplastischen Markierungsstoffe ist die Pruefung mit Metallkugeln mit den Massen von 66,7 g und 100,9 g vorgesehen. Die Pruefung von sechs verschiedenen Markierungsstoffen zeigte, dass die Anwendung einer Kugel mit der Masse von 66,7 g nicht zu aussagekraeftigen Ergebnissen fuehrt. Erst die Anwendung einer Kugelmasse von 100,9 g erlaubt differenzierte Aussagen ueber die Schlagfestigkeit des Materials. Die Ergebnisse dieser Untersuchung wurden bei der Erarbeitung der Norm EN 1871 beruecksichtigt. Fuer die Durchfuehrung der Hitzebestaendigkeitspruefung wird ein 4-Blatt-Ruehrer vorgeschrieben. Bezueglich der Messung der Schlagfestigkeit sind im Normentwurf EN 1871 vier Anforderungsklassen definiert, wobei die Anwendung einer Kugel mit der Masse von 100,9 g bei einer Prueftemperatur von minus 10 Grad Celsius der hoechsten Anforderungsklasse entspricht. (A)

  • Corporate Authors:

    Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)

    Brüderstraße 53
    Bergisch Gladbach,   Germany  51427
  • Authors:
    • EHL, K
    • HIRSCH, V
    • SCHAEDEL, P
  • Publication Date: 1999-7

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 32S

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01198045
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 5:14PM