Sicherheitsdefizite in der Strassenplanung

Auf bundesdeutschen Autobahnen, die den Richtlinien fuer die Anlage von Strassen, Teil Linienfuehrung (RAS-L) entsprechend trassiert wurden, ereignen sich aufgrund hoher Geschwindigkeiten bei nicht ausreichenden Sichtverhaeltnissen schwere Unfaelle. Die Ursache liegt unter anderem darin, dass die tatsaechlich gefahrenen V85-Geschwindigkeiten die in der Richtlinie vorgesehene Bemessungsgeschwindigkeit weit uebersteigen. Messungen des isac auf sechsstreifigen BAB ergaben fuer den jeweils linken Fahrstreifen V85-Geschwindigkeiten von ueber 180 km pro Stunde. Entsprechend der RAS-L werden Strassen dieser Kategorie mit V85 gleich 130 km pro Stunde bemessen. Die tatsaechlich gefahrenen Geschwindigkeiten bedingen wesentlich laengere Brems- und Reaktionswege als vorgesehen. Besonders in Linkskurven mit kleinen Radien ist die Sicht durch Bewuchs, Blendschutz, Schutzplanken und aehnlichem eingeschraenkt, so dass die erforderliche Haltesichtweite nicht eingehalten werden kann. Daraus resultieren auf den linken Fahrstreifen in Linkskurven erhebliche Sicherheitsdefizite. Das Einhalten des Sichtweitenkriteriums kann aus planerischer Sicht nur durch realistische Annahmen zur Bemessungsgeschwindigkeit und somit durch die Wahl entsprechend grosser Radien oder ausreichender Mittelstreifenbreiten erreicht werden. Da eine entsprechende Trassierung haeufig nicht moeglich ist, kann die Sicherheit an solchen Streckenabschnitten nur ueber eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung oder den Ausbau verkehrstechnischer Informationssysteme gewaehrleistet werden.

Language

  • German

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  • Pagination: 655-62
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  • Accession Number: 01197909
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 5:11PM