Anwendung zerstoerungsfreier Pruefmethoden bei Betonbruecken; Messungen am Bauwerk Michelsrombach. Teil II: Detailuntersuchungen

Das Forschungsvorhaben hatte Untersuchungen mittels zerstoerungsfreier Pruefverfahren an dem zum Abbruch anstehenden westlichen Ueberbau der Talbruecke Michelsrombach zum Inhalt. Anschliessend wurden zerstoerende Untersuchungen vorgenommen, um die Aussagen zu ueberpruefen. Zunaechst kamen Verfahren zum Einsatz, die eine vollflaechige Untersuchung der Fahrbahnplatte ermoeglichten, die Ergebnisse sind in Teil I des Berichtes (siehe auch ITRD-Nummer D344677) dargestellt. Mit den im hier vorliegenden Teil II beschriebenen Detailuntersuchungen war die Bundesanstalt fuer Materialforschung und -pruefung (BAM) im Rahmen einer Forschungsvereinbarung befasst. Die Untersuchungen wurden von der BAM koordiniert und teilweise als Unterauftraege an Partner weitergegeben, die ihre Leistungsfaehigkeit in vorangegangenen Vorhaben fuer aehnliche Fragestellungen nachgewiesen hatten. Die Ergebnisse der Detailuntersuchungen lassen sich wie folgt zusammenfassen: 1. Mit dem Radar-Verfahren gelang eine zuverlaessige Ortung der Quervorspannung und der schlaffen Bewehrung als wesentliche Voraussetzung fuer den anschliessenden effektiven Einsatz der akustischen Verfahren und der Transienten Thermografie. Des Weiteren wurde die Betondeckung der Spannkanaele gemessen. 2. Die beiden beteiligten Ultraschallverfahren mit anschliessender Rekonstruktionsrechnung ermoeglichten in weiten Bereichen eine bildgebende Darstellung der Quervorspannung, aus der der Verlauf und die Betondeckung der Huellrohre abzulesen ist. 3. An allen Stellen, an denen mit den Ultraschallverfahren ein guter Verpresszustand der Spannkanaele diagnostiziert worden war und eine zerstoerende Ueberpruefung erfolgte, bestaetigte sich diese Diagnose. 4. Eine mit Ultraschall gefundene Auffaelligkeit in einem Spannkanal deckte sich mit einem bei der Oeffnung gefundenen Huellrohrstoss (Ueberlappung der Huellrohre mit luftgefuellten Zwischenraeumen. 5. In Bereichen mit Reparaturbeton konnte dessen Dicke mit Ultraschallverfahren weitgehend detailliert angegeben werden (ohne zerstoerende Ueberpruefung). Allerdings gelangen dort nur teilweise Aussagen ueber die Huellrohre. 6. Mit dem Impakt-Echo-Verfahren konnten die Reparaturstellen und Plomben uebereinstimmend mit den Ergebnissen der Oeffnung beziehungsweise der anderen Verfahren geortet werden. Die Aussagen ueber Auffaelligkeiten im Spannkanal oder losen Bewehrungsverbund bestaetigten sich in einem Fall nicht und konnten ansonsten nicht ueberprueft werden. 7. Mit der Transienten Thermografie konnte bei den Stoeranzeigen aus der Tiefe nicht angegeben werden, ob es sich um Auffaelligkeiten im Bereich des Spannkanals oder flachere Stoerungen handelte. Die Ergebnisse wurden bei der Oeffnung nicht ueberprueft; eine geortete Stoerung faellt ortsgenau mit einer vom Ultraschall-2D- und vom Impakt-Echo-Verfahren angegebenen flachen Fehlstelle zusammen. Alle Ortungen von Huellrohren und Angaben ueber Betondeckung und die Dicke der Brueckenplatte stimmten untereinander und, so weit vorliegend, mit dem Ergebnis der zerstoerenden Pruefung in einem Masse ueberein, das den baupraktischen Erfordernissen voll gerecht wird. Als wichtiges Ergebnis ist weiterhin die Modellierung der Ultraschallausbreitung in der vorliegenden Geometrie zu erwaehnen, die wesentliche Hinweise zur Auswertung der Ultraschallmessungen lieferte. Die am westlichen Ueberbau der Talbruecke Michelsrombach durchgefuehrten Untersuchungen haben deutlich gemacht, dass ein Einsatz zerstoerungsfreier Pruefverfahren im Rahmen der objektbezogenen Schadensanalyse eine zuverlaessige Zustandseinschaetzung des Ueberbaus ermoeglicht. Zur Absicherung der erzielten Erkenntnisse und zur Festlegung von Anwendungsgrenzen sollten weitere zur grundhaften Instandsetzung anstehende Bauwerke mittels der in diesem Bericht beschriebenen Verfahren untersucht werden.