Nulltarife im Oeffentlichen Personennahverkehr als Second-Best-Loesung? Theoretisches Konzept und Implikationen fuer die Bundesrepublik Deutschland

Bereits Anfang der 70er Jahre wurden Nulltarife im OEPNV als Mittel zum verstaerkten Umstieg vom Pkw auf oeffentliche Verkehrsmittel diskutiert. Ein moderat ansteigendes OEPNV-Defizit koenne hingenommen werden, wenn dadurch auch ein Absinken der externen Effekte des Pkw-Verkehrs zu erwarten waere. Mit Hilfe eines oekonometrischen OEPNV-Modells wurden die Implikationen einer Einfuehrung von Nulltarifen in der Bundesrepublik Deutschland evaluiert. Modellendogen ermittelte Kennziffern haben gezeigt, dass die Nachfrage nach OEPNV-Verkehrsleistungen insgesamt ausgesprochen preisunelastisch ist. Allenfalls im Berufs- und Ausbildungsverkehr sind bei den Elastizitaeten noch vergleichsweise hohe Werte zu erwarten. Bei Einfuehrung von Null-Tarifen wuerde ein Zuwachs nur in diesen beiden Sektoren erfolgen. Da der modal shift sich primaer in der Spitzenzeit auswirkt, ist mit ueberproportionalen Kosteneffekten durch die dann notwendigen Kapazitaetserweiterungen zu rechnen. Festgehalten wird, dass Nulltarife geringe Lenkungswirkungen dafuer aber hohe Kosten verursachen wuerden. Externalitaeten des Pkw-Verkehrs sollte folglich nicht mit Preissenkungsstrategien beim OEPNV begegnet werden.

Language

  • German

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  • Accession Number: 01197875
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 5:10PM