Wer benutzt wo und warum (nicht) oeffentliche Verkehrsmittel? - Marktforschung zum OEPNV in Schleswig-Holstein

Eine landesweite, regional repraesentative Marktstudie zum Bahn- und Busverkehr ist auch fuer Schleswig-Holstein Neuland. Trotz zahlreicher Darstellungen zur konkreten Nutzung von Bahn und Bus in den regionalen Nahverkehrsplaenen, im Landesweiten Nahverkehrsplan und trotz einzelner Befragungen sind Verhalten, Meinungen und Wuensche der OEPNV-Kunden nicht bekannt genug. Daher hat die LVS Schleswig-Holstein Landesweite Verkehrsservicegesellschaft mbH eine repraesentative Erhebung des OEPNV in Schleswig-Holstein durchfuehren lassen. Die Untersuchung umfasste 8.800 telefonische Interviews und die persoenliche Befragung von 500 Besuchern an touristisch interessanten Orten. Befragt wurden Bewohner Schleswig-Holsteins ab 14 Jahren; die Telefonbefragung kann als repraesentativ fuer 11 Kreise und 4 kreisfreie Staedte mit jeweils 500 beziehungsweise 700 Interviews angesehen werden. Erhoben wurden Rahmendaten zur OEPNV-Nutzung, zur Kundenzufriedenheit, zu Verbesserungsvorschlaegen und zum Tarifsystem. Der Verkehrsmarkt in Schleswig-Holstein ist dreigeteilt. Ein Drittel zaehlt zu den regelmaessigen Fahrgaesten von Bus und Bahn, ein Drittel sind sporadische Kunden und ein Drittel sind Nicht-OEPNV-Benutzer. Das haeufigste OEPNV-Verkehrsmittel in Schleswig-Holstein ist der Stadtbus mit einem starken Stadt-Land-Gefaelle. Er erreicht in den Staedten einen Anteil von 90 Prozent am gesamten OEPNV-Aufkommen. An zweiter Stelle liegen mit 19 Prozent landesweit die Ueberlandbusse und an dritter Position mit 16 Prozent die Nahverkehrsangebote der DB AG. Die wichtigsten Verbesserungen fuer den OEPNV in Schleswig-Holstein werden von Kunden und Nichtkunden wie folgt gesehen: A) Die Kunden wuenschen sich eine weitere Verbesserung des integralen Taktfahrplans mit haeufigeren Verbindungen, dicht gefolgt von preiswerteren einheitlichen Tarifen; B) Die Nichtkunden wuenschen sich vor allem haeufigere und schnellere Verbindungen; C) Wichtig ist, dass die gegenwaertigen Nichtkunden die Nutzung von Bussen und Bahnen nicht grundsaetzlich ablehnen. Vielmehr sind viele der heutigen Nichtnutzer lediglich aufgrund fehlender Angebote gar nicht in der Lage, sich auf den OEPNV einzustellen. Die groessten Kundenpotentiale werden mit einer deutlichen Verbesserung der Infrastruktur erreicht, waehrend bei den vorhandenen Kunden eine groessere Kundenorientierung im Mittelpunkt steht.

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 60-4
  • Serial:
    • DER NAHVERKEHR
    • Volume: 16
    • Issue Number: 12
    • Publisher: ALBA PUBLIKATION, ALFRED VELOEKEN

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01197489
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 5:03PM