Interaktionsgleichungen fuer das Biegeknicken bei Druck und zweiachsiger Biegung

Fuer stabilitaetsgefaehrdete Bauteile und Bauwerke ist generell eine Berechnung nach Elastizitaetstheorie II. Ordnung moeglich. Bei der praktischen Anwendung dominiert aber in Deutschland und auch international immer noch die Verwendung von Interaktionsgleichungen. Bei Diskussionen im internationalen Rahmen im Zuge der anstehenden Ueberfuehrung der Vornorm des Eurocode 3 (ENV) in die endgueltige Norm EN wurden Zweifel laut, ob die im Eurocode 3, Abschnitt 5.5.4 vorhandenen Interaktionsgleichungen fuer den Fall von Druck und Biegung hinreichend sicher sind. Es wurden Parameterstudien durchgefuehrt, die aus Traglastberechnungen bestehen. Diese Traglastberechnungen wurden unter Beruecksichtigung des elastisch-plastischen Werkstoffverhaltens, von Eigenspannungen, von geometrischen Imperfektionen und der Ausbreitung plastischer Zonen in Stablaengsrichtung durchgefuehrt. Dabei wurde auch auf bereits vorliegende Rechenergebnisse anderer Forscher zurueckgegriffen so dass insgesamt circa 2.500 Traglastergebnisse zur Verfuegung standen. Zusaetzlich wurden die fuer das Biegeknicken vorliegenden Grossversuche ausgewertet. Die theoretischen Ergebnisse und die Versuche wurden mit verschiedenen Nachweismoeglichkeiten verglichen und in Gruppen statistisch ausgewertet. dabei wurden die bestehenden Interaktionsgleichungen verwendet und es wurden eine groessere Anzahl modifizierter oder neuer Nachweisgleichungen betrachtet. Die aktuellen Diskussionen in der EKS (ECCS), TC 8: "Stabilitaet" und in CEN/TC250/SC wurden dabei beruecksichtigt. Die wesentlichen Ergebnisse bestehen einmal darin, dass die vorhandenen Interaktionsgleichungen des Eurocode 3 hinreichendes Sicherheitsniveau aufweisen, zum Teil aber etwas unwirtschaftlich sind. Zum anderen erwies sich ein gemeinsam mit Professor Greiner/Graz erarbeitetes Nachweisformat sowohl als sicher als auch als wirtschaftlich. Es wurde dem project team von CEN/TC250/SC3 zur Einarbeitung empfohlen. (A)