Abnahmewerte fuer die Griffigkeit von Fahrbahnoberflaechen

Um Anforderungen an die Griffigkeit festzulegen, wurde untersucht, welche Griffigkeit auf neu gebauten Strecken bei der Abnahme und nach einer bestimmten Liegezeit erreicht werden kann. Nach der Aufbereitung der Daten wurde eine statistische Auswertung getrennt fuer den Abnahme- und den Gewaehrleistungswert vorgenommen. Die Auswertung fuer den Abnahmewert stuetzte sich ausschliesslich auf die Abnahmemessungen der bayerischen Behoerde. Insgesamt standen zirka 5.300 Messwerte von 115 Strecken zur Verfuegung, wobei die Belagsart Splittmastixasphalt den Hauptanteil der Strecken darstellte. Es wurde eine grosse Streuung der Messwerte sowohl innerhalb einer Strecke als auch bezogen auf die Gesamtdatenbank aufgezeigt. Diese Schwankungen konnten zum Teil auf jahreszeitlich bedingte Witterungseinfluesse wie Temperaturschwankungen zurueckgefuehrt werden. Nach der Erstellung eines Bewertungshintergrundes zeigte sich, dass die 85 Prozent-Summenhaeufigkeitsgrenze in etwa mit dem von einer ad-hoc-Gruppe der FGSV vorgeschlagenen Abnahmewert von 0,46 uebereinstimmt. Unter Beruecksichtigung der verfahrensbedingten Mess- und Auswerteungenauigkeiten (festgelegt in den ZTV-ZEB) wird eine Toleranz fuer den Grenzwert von 0,03 angesetzt. Es zeigte sich, dass die in Deutschland ueblicherweise festgelegten 100-m-Abschnitte zur Ermittlung der Griffigkeitswerte geeignet sind. Aus diesen Gruenden wird fuer die Griffigkeit von Autobahnen ein Grenzwert zum Zeitpunkt der Fertigstellung von 0,46 beziehungsweise - unter Beruecksichtigung der Messtoleranz - von 0,43 vorgeschlagen. Die Auswertung fuer den Gewaehrleistungswert wurde mit Bestandsdaten von ueber ganz Deutschland verteilten Strecken durchgefuehrt. Auch hier machten die SMA-Deckschichten den Hauptanteil aus. Ein fuer die ganze Datenbank gueltiger Zusammenhang zwischen Griffigkeit, Griffigkeitsabnahme und Verkehrsbelastung beziehungsweise Alter der Schicht konnte nicht eindeutig festgestellt werden. Es wurde ein Bewertungshintergrund erstellt, der nach verschiedenen Altersklassen unterteilt wurde. Hierbei zeigte sich, dass das Griffigkeitsniveau der Stichprobe nicht den Vorstellungen an ein sicheres Strassennetz entsprach, da nach 4 Jahren schon 11 Prozent der Werte den Warnwert der Zustandserfassung von 0,39 unterschritten. Aus diesem Grund wird vorgeschlagen, nicht die 85 Prozent-Summenhaeufigkeitsgrenze von 0,41 zu nehmen, sondern den Gewaehrleistungswert in Anlehnung an den Vorschlag der ad-hoc-Gruppe der FGSV mit 0,43 festzulegen. Unter Beruecksichtigung der oben beschriebenen Toleranz aufgrund der Mess- und Auswerteungenauigkeiten ergibt sich der absolute Grenzwert zu 0,40 fuer den kleinsten der beiden Messwerte.