Radverkehrsfuehrung an Haltestellen

Haltestellen in ihrer unterschiedlichen Lage und Strukturierung stellen aufgrund der sich haeufig auf engem Raum ueberlagernden konkurrierenden Nutzungsansprueche in vielen Faellen Problembereiche mit hohen Gefaehrdungspotenzialen dar. Eine anspruchsgerechte Radverkehrsfuehrung, die den Sicherheits- und Komfortbelangen der einsteigenden, aussteigenden oder wartenden Fahrgaeste sowie den Anforderungen des OEPNV, des individuellen motorisierten Verkehrs, des Fussgaenger- und des Radverkehrs gleichermassen Rechnung traegt, bereitet oft Schwierigkeiten. Ausgehend von dieser Problemlage wird im Rahmen des Projektes geklaert, auf welche Art der Radverkehr an Haltestellen unter den verschiedenen situativen Rahmenbedingungen im Einklang mit den weiteren Strassennutzergruppen jeweils am zweckmaessigsten zu fuehren ist. Die Untersuchung gibt Aufschluss ueber das radverkehrsbezogene Verhalten in Haltestellenbereichen, die sich einstellenden Verkehrsablaeufe und Interaktionsvorgaenge und die hiermit verbundenen Gefaehrdungspotenziale. In die Untersuchungen wurden unterschiedlich strukturierte Haltestellen von Bus- und Strassenbahn in Seitenlage sowie ergaenzend die Eingangsbereiche von Stadtbahn-, U-Bahn- und S-Bahn-Stationen in Verknuepfung mit den relevanten Radverkehrsfuehrungen (Radwege, Radfahrstreifen, Fahrbahnfuehrung im Mischverkehr, Sonderfuehrungsformen) einbezogen. Insgesamt wurden 25 Fallbeispiele aus 10 bundesdeutschen Staedten analysiert (Verkehrsverhaltensbeobachtungen im Rahmen der Verkehrssituationsanalyse). Der Untersuchungsschwerpunkt liegt bei der Seitenraumfuehrung des Radverkehrs, der 16 Fallbeispiele mit differierenden Ausgestaltungen zuzuordnen sind. Aufbauend auf den gesammelten Erkenntnissen werden fuer die unterschiedlichen Haltestellentypen geeignete Fuehrungsformen des Radverkehrs entwickelt und in ihren Einsatzbedingungen und Ausgestaltungsformen konkretisiert.