Bremskraftregelverhalten von Motorradfahrern

Im Gegensatz zum Pkw-Fahrer hat der Lenker eines einspurigen Kfz in der Regel 2 Betriebsbremsen zur Verfuegung, die er unabhaengig voneinander bedienen muss. Erfahrungsgemaess stellt dies viele Motorradlenker in kritischen Fahrsituationen vor erhebliche Bedienprobleme. Die Bedeutung der moeglichst genauen Erfassung des Bremsvorganges besteht hauptsaechlich darin, aufzuzeigen, welche Ursachen es gibt, warum Motorradfahrer, wie in Studien des Instituts fuer Maschinendynamik und Messtechnik (MDMT) der TU Wien festgestellt wurde, die technisch moeglichen Werte fuer die Bremsverzoegerung in der Praxis nicht einmal annaehernd erreichen, also worin die Bedienungsmaengel beim Bremsen von einspurigen Kraftfahrzeugen bestehen. Die Auswertung der Messungen soll zunaechst grundsaetzliche Erkenntnisse ueber die Bedienung der Bremsen durch Motorradfahrer in Gefahrenbremssituationen bringen. Aus den Ergebnissen wird die Moeglichkeit einer Aussage ueber das optimale Bremsverhalten erarbeitet werden. Durch Optimierung der Ausbildungsmethoden und -zeiten sowie der praktischen Lenkerpruefung soll das Anfaengerrisiko der einspurigen Verkehrsteilnehmer gemindert werden. Als erster Schritt werden die Moeglichkeiten des Baus einer entsprechenden Mess- und Erfassungseinrichtung erhoben und bewertet werden. Basierend darauf wird ein geeignetes Messdatenerfassungssystem entwickelt, gebaut und an das Versuchsmotorrad angepasst. Nach erfolgter Erprobung werden die Feldversuche stattfinden. Dabei werden die Testpersonen auf einer geschuetzten Versuchsflaeche nach kurzem Einueben auf dem Messmotorrad angewiesen, nach einer Reaktionsaufforderung (optisch oder akustisch) eine sofortige Notbremsung durchzufuehren. Die Ausloesung des Signals erfolgt funkferngesteuert zu einem den Versuchspersonen unbekannten Zeitpunkt. Die Daten der Messfahrten werden einer entsprechenden statistischen Auswertung und Interpretation zugefuehrt. (A) (frueher ITRD-Nummer 705308).