Betonkriechen - Kriechen von hochbelastetem jungen Beton

Gemaess dem Entwurf von Eurocode 2, Teile 1-3, sind fuer Betonfertigteile zulaessige Druckspannungen bis zu einer Hoehe von 70 Prozent der charakteristischen Betondruckfestigkeit des Betons zum Belastungszeitpunkt in der Diskussion. Die fruehe und hohe Vorspannung fuehrt zu Kriechverformungen, die deutlich im nichtlinearen Kriechbereich liegen. An vier Spannbetonfertigteilen (Sollfestigkeit B 45; L 15,26 m, Plattenquerschnitt), in die in jungem Alter eine hohe Vorspannung eingetragen wurde, erfolgte die Messung der Langzeitverformungen (Aufwoelbungen; Versuchsdauer: 5 Monate) in Bauteilmitte und an den Viertelspunkten der Spannweite. Die Beanspruchungshoehe des Betons infolge Vorspannung und Eigenlast hat bis zu 65 Prozent der mittleren Kurzzeitfestigkeit des Betons erreicht. Damit liegt der nichtlineare Kriechbereich vor. Gemessen wurden die summarischen Verformungen. Eine Aufspaltung der Gesamtverformung in die einzelnen Verformungsanteile soll an Pruefkoerpern aus den gleichen Zuschlagstoffen und dem gleichen Zement mittels paralleler Laborversuche im Institut fuer Massivbau und Baustofftechnologie der Universitaet Karlsruhe vorgenommen werden. Proberechnungen unter Nutzung eines Berechnungsmodells fuer nichtlineares Kriechen werden zur Bestaetigung der Messergebnisse durchgefuehrt. Die Versuche an Fertigteilen natuerlicher Groesse sollen mit Bezug auf neue zulaessige Betonspannungen Messergebnisse liefern, die es im Zusammenhang mit den Laborversuchen gestatten, die Vergroesserung der Kriechverformungen durch Erreichen des nichtlinearen Kriechbereiches abzuschaetzen. Nach Beendigung der Langzeitmessungen werden abschliessende Belastungsversuche zur Beurteilung des Rissverhaltens, der Kurzzeitdurchbiegungen und der Bruchlast durchgefuehrt. Anhand der Messergebnisse und der Kontrollrechnungen wird die Anwendbarkeit der Festlegungen des CEB-FIP Model Codes 1990 und des Eurocode 2 fuer die Auswertung der Versuche ueberprueft. (A*)