Unfallgeschehen im Bereich von Verkehrssteuerungsanlagen unter besonderer Beruecksichtigung der Verkehrsbelastung

Das Ziel der Untersuchung bestand darin, ein Verfahren zu entwickeln, mit dessen Hilfe sich die Sicherheitsgewinne im Bereich von Leitsystemen quantifizieren lassen und fuer zu planende Steuerungssysteme eine Abschaetzung des erwarteten Sicherheitsgewinns zu ermoeglichen. Der methodische Ansatz geht von der Ueberlegung aus, dass durch den Einsatz der Steuerungsanlagen die Verkehrssicherheit in den Belastungsklassen unterschiedlich beeinflusst wird. Mit Hilfe eines vereinfachten statistischen Tests wird die Signifikanz von Veraenderungen der Unfallrate im Vorher-Nachher-Vergleich in den einzelnen Belastungsklassen ueberprueft. Es zeigt sich eine Abhaengigkeit der Unfallrate fuer Unfaelle mit Personenschaden von der Verkehrsbelastung. Die einheitliche Untersuchung von zehn vorhandenen Streckenbeeinflussungsanlagen (SBA) hat bei hohen Belastungen (Belastungsklasse 3) eine signifikante Reduzierung der Unfallrate bei sechs Anlagen zwischen minus 22,4 und minus 63,9 Prozent ergeben. Bei mittlerer Verkehrsstaerke (Belastungsklasse 2) und bei geringer Verkehrsbelastung (Belastungsklasse 1) sind in der Regel keine signifikanten Veraenderungen zu verzeichnen. Als wesentlich fuer eine Reduktion hat sich die Hoehe der Unfallrate im Vorher-Zeitraum erwiesen. Durch den Einsatz von SBA ist offensichtlich ein Beitrag zur Erhoehung der Verkehrssicherheit bei staerkeren Verkehrsbelastungen, bei Nebel und bezueglich der Massenunfaelle moeglich. Bei geringen Verkehrsbelastungen werden die Anlagen meist deutlich weniger geschaltet; trotzdem ist gerade in diesen Bereichen die Qualitaet des Steuerungsverfahrens von grosser Bedeutung, da nicht situationsgerechte Schaltungen (wie "willkuerliche" Geschwindigkeitsbeschraenkungen) zu einer geringen Akzeptanz fuehren. Eine zusaetzliche Voraussetzung ist die Verbesserung der Erfassung von Umfelddaten (insbesondere Naesse und Glaette).