Anfahrversuche an passiven Schutzeinrichtungen

Ausgeloest durch die auch auf dem Gebiet der passiven Schutzeinrichtungen voranschreitende europaeische Harmonisierung sind die nach den "Richtlinien fuer passive Schutzeinrichtungen an Strassen" (RPS) in Deutschland am haeufigsten eingesetzten Systeme durch Anprallversuche untersucht worden. Vorrangiges Ziel war die Qualifizierung der Systeme nach den Anforderungen der bereits existierenden europaeischen Normentwuerfe prEN 1317-1/2 und damit verbunden die uneingeschraenkte Weiterverwendbarkeit der Systeme. Dazu wurden insgesamt 15 Anprallversuche an den Grundausfuehrungen der Stahlschutzsysteme durchgefuehrt, die gemaess RPS als Schutz vor Gefahren und Hindernissen am aeusseren Fahrbahnrand und im Mittelstreifen verwendet werden. Dies sind einfache Schutzplanken mit Sigma-Pfosten im Abstand von 4,0 m (ESP 4,0), einfache Distanzschutzplanken mit Sigma-Pfosten im Abstand von 2,0 oder 1,33 m (EDSP 2,0 oder EDSP 1,33) und doppelte Distanzschutzplanken mit Sigma-Pfosten im Abstand von 2,0 und 4,0 m (DDSP 2,0 und DDSP 4,0). Die Untersuchung hat gezeigt, dass die einseitig wirkenden Systeme insgesamt besser funktioniert haben als die zweiseitig wirkenden. Sie koennen deshalb doppelt angeordnet zukuenftig eine interessante Alternative zu den zweiseitig wirkenden Systemen bieten. Im Hinblick auf die weitere Vorgehensweise sollten als erster Schritt die noch fehlenden Pkw-Kontrollversuche durchgefuehrt werden. Des Weiteren sollten bisher nicht existierende Systeme, wie eine DDSP 1,33 oder EDSP 4,0, in kuenftigen Versuchsreihen getestet werden. Diese Systeme koennten aufgrund des Baukastenprinzips leicht zu realisierende und anzupassende Weiterentwicklungen des heutigen Systems der Stahlschutzplanken darstellen. Dies koennte das im Gesamtsystem Stahlschutzplanke vorhandene Potenzial sowohl funktionell als auch wirtschaftlich besser nutzbar machen und eine optimierte Anpassung der Systeme an die Gegebenheiten des Einsatzgebietes ermoeglichen.