Gefaehrliche Gelaendewagen?

Der Sicherheit der Insassen von Kraftfahrzeugen wird bereits grosse Aufmerksamkeit geschenkt. Lange nicht so gross ist die Aufmerksamkeit fuer Radfahrer und Fussgaenger, fuer die eine Kollision mit einem Kraftfahrzeug oft toedlich endet. Negativ wirkt sich hier auch die Zunahme von Gelaendewagen im Verkehr aus. Sie sind aufgrund ihrer Hoehe, ihrer massiven Konstruktion und nicht zuletzt auch wegen der oft montierten so genannten "Kuhfaenger" und anderer sperriger Stahltraversen eine besondere Bedrohung fuer Fussgaenger. Ueber Fussgaengerschutz wird seit 1985 diskutiert, nun ist es hoechste Zeit, auch dafuer verbindliche Gesetze und Pruefmethoden festzulegen. Dies wurde beim dritten Grazer Allradkongress, veranstaltet von Magna Steyr und dem Haus der Technik, Essen, betont. Derzeit sind drei Organisationen mit der Ausarbeitung von Fussgaenger-Sicherheits-Tests befasst: EECA (European Experimental Vehicles Committee, eine Arbeitsgruppe aus Regierungsvertretern und Repraesentanten der Automobilindustrie aus Deutschland und fuenf weiteren europaeischen Staaten), Euro-NCAP (Vereinigung von Konsumentenschuetzern, Autofahrerclubs und Regierungen) und ACEA (Vereinigung der europaeischen Automobilhersteller). Alle vorgeschlagenen Pruefverfahren basieren auf Komponententests. Bei der Definition von Pruefkoerpern fuer Kopf, Huefte und Beine werfen die Gelaendewagen die groessten Probleme auf, weil sie in ihren Dimensionen deutlich von den Pkw abweichen. So liegt bei einem Gelaendewagen die Stossstange meist bereits in Huefthoehe. Gelaendewagen bieten aber meist auch mehr konstruktive Freiheiten bei der Gestaltung der Frontpartie. Denkbar sind weiche Schaumstoffkonstruktionen. Auch die Integration eines Fussgaenger-Airbags liegt auf der Hand. Bis 2005 sollten passive und aktive Fussgaenger-Schutzsysteme, basierend auf heutigen Fahrzeugkonzepten, serienreif sein und Kuhfaenger aus Metall verboten werden. 2008 bis 2010 sollte dann eine vollstaendige Integration von Fussgaenger-Schutzeinrichtungen in das Gesamtkonzept neuer Fahrzeuge verwirklicht sein. (KfV/A)

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: S28
  • Serial:
    • VERKEHR & UMWELT
    • Volume: 16
    • Issue Number: 3/4
    • Publisher: N. J. SCHMID VERLAG GES.M.B.H.
    • ISSN: 1019-7346

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01197067
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 4:38PM