Sie kommt, aber wann?

Die Brennstoffzelle wird nach Meinung von Energieexperten und Elektrochemikern der Energieerzeuger der naechsten Jahrzehnte sein. Dem Wasserstoff gehoert die Zukunft, heisst das Schlagwort. Der vorliegende Artikel gibt einen Ueberblick ueber laufende Forschungs- und Entwicklungsarbeiten. Die Verwendung fossiler Energie bedeutet eine Gefahr fuer das Weltklima. Gleichzeitig steigt der Weltenergiebedarf staendig. Technologien zur Umwandlung fossiler und erneuerbarer Energien mit hoeherem Wirkungsgrad sind fuer stationaere Kraftwerke und fuer mobile Anwendungen zu entwickeln. Brennstoffzellen sind eine effiziente Alternative zu den Verbrennungsmotoren. Sie koennen wesentlich zur Luftreinhaltung beitragen und gleichzeitig hat Wasserstoff fast den dreifachen Energieinhalt von Diesel oder Benzin. Das Prinzip der Brennstoffzelle wurde schon 1839 vom englischen Physiker Sir William Robert Grove entdeckt. Bei der Umkehrung der Elektrolyse funktioniert eine Zelle wie eine Batterie und gibt elektrischen Strom ab. Voraussetzung dafuer ist, dass an den Elektroden Sauerstoff und Wasserstoff zugefuehrt wird. Je nach Arbeitstemperatur unterscheidet man Nieder- und Hochtemperatur-Brennstoffzellen. Als Energietraeger fuer eine Brennstoffzelle kommen neben reinem Wasserstoff auch Erdgas, Methanol, Benzin, Diesel, Ammoniak oder Biogas in Frage. Die einzelnen Brennstoffzellen-Typen unterscheiden sich nach Wirkungsweise, Einsatzgebiet und Kosten. Alkalische Brennstoffzellen erreichen heute bereits vertretbare Kosten und koennten sich in Kalifornien in absehbarer Zeit durchsetzen, da dort ein riesiger Bedarf an Stromerzeugungsanlagen besteht. Dieser Ansicht ist Karl Kordesch, emeritierter Professor der Technischen Universitaet Graz, der sich lebenslang mit der Brennstoffzelle befasst hat. Die Marktanalyse der Unternehmensberater von Frost und Sullivan kommen zum Ergebnis, dass Anwendungen wie Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) sowie Mini-Blockheizkraftwerke (BHKW) der Wachstumsmotor fuer den Brennstoffzellenmarkt werden. Laut Frost und Sullivan gelten die SOFC- und die MCFC-Technologie als chancenreich. SOPC ist eine oxidkeramische Brennstoffzelle und MCFC eine Karbonatschmelz-Brennstoffzelle. Die Aufbruchstimmung fuer die Brennstoffzelle wurde auch auf der Gruppenausstellung "Hydrogen und Fuel Cells" auf der Hannover Messe demonstriert. Unter den 96 Ausstellern aus 11 Laendern waren auch die grossen Autokonzerne Daimler-Chrysler, BMW und General Motors vertreten. Die oesterreichische Brennstoffzellen-Forschung ist an der Technischen Universitaet Graz konzentriert. Seit Anfang Maerz 2002 wird beispielsweise in dem erst im Aufbau begriffenen Doppler-Labor eine Methanol-Brennstoffzelle des Energieunternehmens Energie Steiermark AG betrieben. Dem Artikel beigefuegt ist ein Woerterbuch zur Brennstoffzellen-Technologie, ein Lebenslauf von Karl Kordesch und eine Beschreibung der chemischen Eigenschaften von Wasserstoff. (KfV/A)

  • Authors:
    • STEINMANN, H C
  • Publication Date: 2002-5

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 12-7
  • Serial:
    • UMWELTSCHUTZ
    • Issue Number: 5
    • Publisher: BOHMANN DRUCK UND VERLAG GESELLSCHAFT M.B.H. UND CO. KG

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Filing Info

  • Accession Number: 01197058
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 4:38PM