Verkehrsberuhigung in Oberoesterreich

Die vorliegende Broschuere ist ein Leitfaden fuer Entscheidungstraeger zur Planung von Verkehrsberuhigungsmassnahmen. Sie wurde vom Amt der Oberoesterreichischen Landesregierung in Zusammenarbeit mit der Landesstelle Oberoesterreich des Kuratoriums fuer Verkehrssicherheit erarbeitet. Im ersten Teil wird beschrieben, was Verkehrsberuhigung ist und wozu sie dient. Der zweite Teil enthaelt einen Massnahmenkatalog, der nach den Massnahmen auf Bewusstseinsebene sowie nach rechtlichen und baulichen Massnahmen untergliedert ist. Verkehrsberuhigung umfasst alle Massnahmen, die zu einer Verlangsamung der Fahrgeschwindigkeiten, zur Vermeidung von Schleichwegen und damit einhergehend vor allem zu einer erhoehten Verkehrssicherheit fuer nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer sowie zur Verbesserung der Wohnumfeldqualitaet fuehren. Verkehrsberuhigung versteht sich als Gegenbewegung zu den als nachteilig erkannten Auswirkungen der Massenmotorisierung und der damit verbundenen Anpassung des Strassenraumes an die Beduerfnisse des motorisierten Verkehrs, insbesondere in den Ortsgebieten. Breite, von allen Hindernissen freigeraeumte Strassen laden zu hoeheren Geschwindigkeiten ein. Diese fuehren nicht nur zur Beeintraechtigung der Sicherheit, sondern auch zur Belastung der Umwelt. Beinahe zwei Drittel aller Unfaelle mit Personenschaden ereignen sich im Ortsgebiet. Der Anteil der ungeschuetzten Verkehrsteilnehmer an allen im Ortsgebiet Verunglueckten betrug im Jahr 2000 in Oberoesterreich 30 Prozent. Insgesamt verunglueckten im Ortsgebiet in Oberoesterreich 196 Fussgaenger auf hoeherrangigen Strassen und 465 auf Gemeindestrassen. 7 von 10 im Ortsgebiet getoeteten Fussgaengern verunglueckten auf Gemeindestrassen. Geringere Fahrgeschwindigkeiten haben nicht nur Einfluss auf den Bremsweg, sondern auch auf den vor der Verzoegerung zurueckgelegten Reaktionsweg. Neben der Bewusstseinsbildung nimmt die rechtliche Ebene eine bedeutende Stellung ein. Wichtige Instrumente der rechtlichen Verkehrsberuhigung sind Geschwindigkeitsbeschraenkungen, Durch- und Einfahrtsbeschraenkungen, Verkehrsleitmassnahmen sowie die Schaffung von Zonenbeschraenkungen. Rechtliche Verordnungen muessen oft durch bauliche Massnahmen ergaenzt werden, um die gewuenschte Wirkung zu erzielen. Dazu bietet sich der Einsatz von Einengungen, Fahrbahnverschwenkungen, kuenstlichen Torwirkungen, Aufpflasterungen, Belagswechsel, Gehsteigvorziehungen oder Bepflanzungen an. Verkehrsberuhigung wird mittels Bestimmungen der Strassenverkehrsordnung ermoeglicht. Zustaendig sind im Wesentlichen die Gemeinden. Verkehrsberuhigungsmassnahmen sind vorrangig am Ortsanfang, bei Ortsdurchfahrten, auf Kreuzungen und Knotenpunkten, in Wohngebieten und in Bereichen mit erhoehtem Fussgaengeraufkommen durchzufuehren. (KfV/A)

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    LAND OBEROESTERREICH, ABTEILUNG VERKEHRSTECHNIK

    GOETHESTRASSE 86
    LINZ,   OESTERREICH  A-4020

    Land Oberoesterreich, Abteilung Verkehrstechnik, Linz (Oesterreich)

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  • Publication Date: 2002-7

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 49S

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01197041
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 4:38PM