Junge Verkehrsstraftaeter und erzieherischer Verkehrsunterricht nach Paragraf 10 JGG

Ein Instrument zur praktischen Umsetzung des Erziehungsgedankens bei im Strassenverkehr auffaellig gewordenen Jugendlichen und Heranwachsenden ist die ambulante sozialpaedagogische Massnahme des erzieherischen Verkehrsunterrichts. Ein Beispiel fuer sozialpaedagogisch gepraegte Rechtsanwendung ist der "Anti-Crash-Kurs" des Goerlitzer Vereins fuer Straffaelligenhilfe. Der Kurs ist Bestandteil eines dreistufigen Gesamtkonzepts zum erzieherisch gestalteten Verkehrsunterricht. Die von anderen Traegern angebotenen Stufen I und II richten sich an Ersttaeter von Verkehrsdelikten beziehungsweise Taeter mit geringer und mittlerer Delinquenz. Die Taeter mit der hoechsten Delinquenz werden der dritten Stufe zugefuehrt. Diese Kurse umfassen 14 Veranstaltungen zu je zweimal 45 Minuten. Die acht fachbezogenen Kurseinheiten werden von Praktikern der jeweiligen Themenkreise gestaltet. Die Teilnahme am Kurs kann auf freiwilliger Basis erfolgen, sie kann aufgrund einer Weisung eines Jugendrichters zustande kommen, oder sie wird als Bewaehrungsauflage angeordnet. Die ausschliesslich maennlichen Teilnehmer der bisherigen fuenf Kurse befanden sich im Alter von 16 bis 26 Jahren. Ihre Delinquenz bezog sich nicht nur auf Verkehrsdelikte, sondern auch auf Gewalt- und Diebstahlsdelikte. Bei den Verkehrsdelikten waren am haeufigsten vertreten Fahren ohne Fahrerlaubnis, Trunkenheit im Strassenverkehr und Fahren ohne Pflichtversicherung.

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 55-65
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Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01196784
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 4:33PM