"Argumente fuer und gegen die A5-Nordautobahn"

Mit der geplanten Nordautobahn A5 durch das niederoesterreichische Weinviertel soll eine verbesserte Nord-Sued-Verbindung zwischen Wien und Brno hergestellt werden. Dafuer soll die bestehende Bundesstrasse 7 teilweise zur Autobahn umgewandelt werden. Die Investitionskosten fuer die rund 58 Kilometer lange Autobahn liegen bei etwa 312,5 Millionen Euro. Der Ausbau soll vierstreifig mit Pannenstreifen erfolgen. Das Projekt hat im Rahmen der transeuropaeischen Netze eine wichtige Lueckenschlussfunktion. Durch den Ausbau der Strassenverbindung Wien-Brno wird die Verbindung zur Tschechischen Republik und auch zu anderen mitteleuropaeischen Laendern verbessert. Fuer das wirtschaftlich benachteiligte Weinviertel werden durch den Autobahnbau wirtschaftliche Impulse erwartet. Die Gemeinden streben einen gemeinsamen Wirtschaftspark an, um Zersiedelungserscheinungen und Suburbanisierungseffekte zu vermeiden. Dieser Wirtschaftspark setzt die Verwirklichung der A5 voraus. Die Mehrzahl der Bewohner der angrenzenden Bezirke wuerde durch die verbesserte Erreichbarkeit der Ballungsraeume Brno und vor allem Wien profitieren. Durch die Ansiedlung von Betrieben koennten zahlreiche Arbeitskraefte, die jetzt nach Wien pendeln muessen, in der Region beschaeftigt werden. Erwartet wird zudem eine positive Auswirkung auf die Verkehrssicherheit. Gegen das Projekt sprechen Umweltbedenken. Zusammenhaengende Weinbaugebiete wuerden beeintraechtigt werden. 9.100 Meter der geplanten Autobahn verlaufen durch Natura 2.000 Schutzgebiete. Sie wuerde ortsnahe Flaechen durchschneiden und die Wohnbevoelkerung beeintraechtigen, da der Abstand zum Wohngebiet lediglich 700 bis 800 Meter betraegt. Durch den grossen Flaechenentzug wuerden hauptsaechlich kleinstrukturierte landwirtschaftliche Betriebe in ihrer Existenz gefaehrdet. Zu erwarten sind auch Stoerungen der Fauna. Weitere befuerchtete negative Auswirkungen sind die Steigerung des Strassenverkehrsaufkommens und eine Verschlechterung des Modal Split zu Lasten des Oeffentlichen Verkehrs. Durch den Bau der A5 koennten sich Suburbanisierungstendenzen in den noerdlichen Umlandgemeinden von Wien verstaerken beziehungsweise weiter nach Norden ausgreifen. Die Gegner des Projekts argumentieren damit, dass das Strassenverkehrsaufkommen vor allem im Transitverkehr aus den mittel- und osteuropaeischen Laendern durch eine Buendelung und Verlagerung auf die Nordautobahn stark steigen wird. Zur Gesamtaufnahme siehe ITRD-Nummer D346710. (KfV/A)

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 69-82
  • Monograph Title: Forum Verkehrssystemplanung 2002. Ausgewaehlte Seminararbeiten
  • Serial:
    • IVS-SCHRIFTEN
    • Issue Number: 15
    • Publisher: OESTERREICHISCHER KUNST- UND KULTURVERLAG

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01196559
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • ISBN: 3-85437-238-8
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 4:28PM