Humanbezogene Fragestellungen zur Umwelt- und Systemevaluierung von Eisenbahn-Hochleistungsnetzen

Unter wettbewerbswirtschaftlichen Bedingungen ist eine Ausdifferenzierung innerhalb der Bahnnetze in Gang gekommen, die die Frage nach der Zukunft der Multifunktionalitaet der Schienenwege aufwirft. Getrennte Netze fuer den Hochgeschwindigkeitspersonenverkehr, den OEPNV in den Ballungsraeumen, der teils mit den innerstaedtischen Verkehrstraegern verbunden ist, und fuer den Gueterverkehr bilden sich heraus. Damit wird den unterschiedlichen strategischen Interessensebenen transnational, im Staedtesystem und innerregional Rechnung getragen. Kleine, topographisch beengte Laender wie Oesterreich haben Schwierigkeiten, dieser Systemlogik zu folgen. Die technischen Systemparameter und die Leistungscharakteristik von HL-Bahnstrecken sind von den Korridorregionen kaum mehr beeinflussbar. Ihre regionalen und lokalen Auswirkungen loesen daher einen hohen Massnahmenbedarf aus. Die Beurteilung von Neubaustrecken setzt bereits im Stadium der Korridorauswahl und der Trassenfindung ein. Zu beruecksichtigen sind die Beanspruchung von bebauter und unbebauter Siedlungsflaeche und von Wirtschaftsstandorten, die visuellen Veraenderungen des gewohnten Siedlungs- und Landschaftsbildes, die Beeintraechtigungen durch Erschuetterungen und durch Laerm, die Aenderungen im zwischenoertlichen und regionalen Kommunikationsnetz, die Aenderungen der Erschliessungsverhaeltnisse im OEPNV und im Fernverkehr sowie die funktionelle Auf- oder Abwertung von Wohn- und Wirtschaftsstandorten. Die Bewertung der Nuetzlichkeit im Netzsystem und fuer den Raum insgesamt ist im Rahmen von strategischen Umwelt- beziehungsweise Raumvertraeglichkeitsanalysen, die ueber Einzelprojekte hinausgehen, vorzunehmen. Derart koennen auch transregionale und -nationale Verkehrsbeduerfnisse integriert werden. Dabei sind nicht die vorgefundenen endogenen Kraefte von Korridorregionen in den Mittelpunkt zu stellen, sondern die ueber die Infrastruktur in die Regionen hineingetragenen Optionen. Diese sind auf ihre Ausnutzbarkeit fuer die Korridorregion zu pruefen. In Oesterreich kommt fuer solche "Designer-Regionen" vor allem die Donauachse in Frage. Diese bildet eine nahezu ideale Kombination von verkehrlicher Multimodalitaet, Leistungsfaehigkeit und geraeumigen, konfliktarmen Standortpotenzialen. Zur Gesamtaufnahme siehe ITRD-Nummer D346698. (KfV/A)

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01196549
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • ISBN: 3-901673-07-5
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 4:28PM