Die Prognose der Auswirkungen der EU-Erweiterung auf die Verkehrsnachfrage in der Region Wien - Bratislava - Bruenn - Gyoer

Der EU-Beitritt der Tschechischen Republik, der Slowakei und Ungarns stellt die Region Ostoesterreich vor grosse verkehrs- und raumplanerische Herausforderungen. Die Simulation einer Vielzahl denkbarer Szenarien ist eine Moeglichkeit, mit einer derartigen Situation umzugehen. Dafuer eignen sich die derzeit ueblichen vierstufigen Verkehrsmodelle nur bedingt. Das Institut fuer Verkehrsplanung und Verkehrstechnik der Technischen Universitaet Wien (TUW-IVV) entwickelt und verwendet deshalb "strategische Verkehrsmodelle", die auf einem dreistufigen Ansatz beruhen. Mithilfe eines neuen strategischen Verkehrsmodells sollen die durch die EU-Osterweiterung induzierten Aenderungen im Strassen- und Schienenverkehr quantitativ abgeschaetzt werden. Es umfasst die Staedte Wien, Wiener Neustadt, Gyoer, Bratislava, Trnova, Brno und Olomouc. Vor dem EU-Beitritt queren im Untersuchungsgebiet taeglich etwa 35.000 Personen die oesterreichische Grenze mit dem Pkw. Dies entspricht rund 0,4 Prozent aller Wege im Untersuchungsgebiet. Der Anteil des Schienenverkehrs an den grenzueberschreitenden Wegen liegt bei etwa 10 Prozent. Wird nur der Wegfall der Zollformalitaeten beruecksichtigt, nimmt die Zahl der taeglichen Pkw-Wege in den betrachteten Korridoren auf etwa 38.500 zu und die Zahl der auf der Schiene bewaeltigten Wege bleibt nahezu unveraendert. Der Verkehrsaufwand auf der Strasse nimmt im gesamten Untersuchungsgebiet um etwa 86 Millionen Personenkilometer im Jahr zu. In einem zweiten Szenario wird die Einfuehrung der Freizuegigkeit der Wahl des Arbeitsplatzes mit Uebergangsbestimmungen beruecksichtigt. Die Zahl der taeglichen grenzueberschreitenden MIV-Wege steigt auf etwa 54.000 an. Dies entspricht etwa 0,6 Prozent aller Wege im Untersuchungsgebiet. Der Schienenverkehrsanteil steigt auf etwa 11 Prozent an. Der Verkehrsaufwand auf der Strasse nimmt im gesamten Untersuchungsgebiet um etwa 420 Millionen Personenkilometer im Jahr zu. Um das Ziel eines Nullwachstums des Strassenverkehrsaufkommens zu erreichen, stehen im Strassenverkehr eine fahrleistungsabhaengige Maut und im Schienenverkehr eine Reduktion der Reisezeit sowie eine Reduktion des Fahrpreises zur Verfuegung. Nullwachstum wird im ersten Szenario bei einer Maut von etwa 0,1 Euro je Fahrzeugkilometer erreicht, in Szenario 2 bei etwa 0,4 Euro. Aenderungen der Reisezeit oder des Fahrpreises im Schienenverkehr wirken sich kaum auf den Strassenverkehr aus. Einen Schwachpunkt bei der Erstellung regionaler Modelle stellen die zur Kalibrierung benoetigten Daten dar. Eine Verbesserung der Datenbasis ist notwendig. (ur Gesamtaufnahme siehe ITRD-Nummer D346698. (KfV/A)

Language

  • German

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Filing Info

  • Accession Number: 01196546
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • ISBN: 3-901673-07-5
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 4:28PM