Jahresbericht 2000 des Messnetzes

Das Umweltbundesamt (UBA) betreibt ein bundesweites Messnetz, das heute aus insgesamt 23 in laendlichen Regionen gelegenen Stationen besteht. Im vorliegenden Jahresbericht 2000 werden die Ergebnisse aus dem UBA-Messnetz fuer das Jahr 2000 vorgestellt, interpretiert und mit den Ergebnissen aus frueheren Jahren verglichen. Die Messdaten sind in sich homogen und wurden einer eingehenden Qualitaetspruefung unterzogen. Zusammenfassend zeigen die Messungen, dass sich die grossraeumige Luftqualitaet in Deutschland waehrend der letzten Jahrzehnte, insbesondere nach 1990, erheblich verbessert hat. So wurden beispielsweise im Jahre 2000 die niedrigsten S02- und Schwebstaubkonzentrationen im UBA-Messnetz seit Beginn der Messungen Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre gemessen. Erfreulich ist auch die deutliche Abnahme des Saeuregehaltes im Regen in den vergangenen 2 Jahrzehnten sowie der Rueckgang der Ozonspitzenkonzentrationen waehrend der letzten 10 Jahre. Dagegen haben die mittleren Ozonkonzentrationen im gleichen Zeitraum zugenommen. Generell laesst sich feststellen, dass sich die Luftqualitaet an den Stationen in den neuen und alten Bundeslaendern seit der Wiedervereinigung im Jahre 1990 einander soweit angeglichen hat, dass heute kaum noch Unterschiede festzustellen sind. Die Abnahme der Konzentrationen von SO2, Staub und der Ozon-Spitzen ist im Wesentlichen auf die erhebliche Verringerung der Emissionen von SO2, Staub, VOC und NOx in Deutschland und teilweise auch in den deutschen Nachbarstaaten zurueckzufuehren. Die scheinbar paradoxe Zunahme der mittleren Ozon-Konzentrationen in Deutschland ist neben dem zunehmenden Beitrag aus dem nordhemisphaerischen Hintergrund-Ozon zu einem nicht unerheblichen Teil auf die Reduzierung der Stickoxide zurueckzufuehren. Auf der anderen Seite haben die Konzentrationen einer Reihe von Luftschadstoffen trotz erheblicher Emissionsminderungen in Deutschland weiter zugenommen (zum Beispiel: CO2, CH4, N20) , oder sie haben nicht in dem Masse abgenommen, wie dies aufgrund des Emissionsrueckgangs in Deutschland zu erwarten gewesen waere (zum Beispiel Staub, NOx). Der Grund liegt wahrscheinlich in den sehr unterschiedlichen Beitraegen, die der Ferntransport aus den europaeischen und aussereuropaeischen Laendern zu den Schadstoffkonzentrationen in Deutschland liefert. Waehrend der Ferntransport von SO2 heute wegen der drastischen Emissionsminderungen auch in unseren westlichen und oestlichen Nachbarstaaten eine wesentlich geringere Rolle spielt als noch vor zehn Jahren, duerften die Beitraege des regionalen bis globalen Ferntransportes fuer viele andere Luftverunreinigungen von zunehmender Bedeutung sein. Der Ferntransport muss bereits heute bei der nationalen und internationalen Umweltgesetzgebung beruecksichtigt werden, da einige der sehr niedrigen Zielwerte zum Schutz von menschlicher Gesundheit und Vegetation ohne eine Verminderung der Beitraege des Ferntransportes nicht eingehalten werden koennen. So ist beispielsweise der in der EU-Tochterrichtlinie fuer Ozon definierte Langzeitzielwert fuer den Schutz der Vegetation von 3.000 ppb h ohne eine Verringerung der Beitraege des Ferntransports, auch des interkontinentalen Ozontransportes aus Asien und Nordamerika, in Deutschland nur schwer einzuhalten. Vor diesem Hintergrund bleibt die Ueberwachung der grossraeumigen Verteilung einer Reihe von Luftschadstoffen eine bedeutende Aufgabe fuer das UBA-Messnetz, da hierdurch Rueckschluesse auf die Beitraege des Ferntransportes gezogen werden koennen. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Bestimmung des nordhemisphaerischen Hintergrundes und dessen langzeitiger Aenderung fuer eine Vielzahl von Luftverunreinigungen, da die Kenntnis dieses Hintergrundes fuer die Beurteilung der Wirksamkeit von deutschen Minderungsmassnahmen wichtig ist. Dieses Hintergrundniveau markiert eine Grenze, die durch emissionsmindernde Massnahmen in Deutschland kaum unterschritten werden kann. Die Veraenderung der Emissions- und Immissionssituation in Deutschland erfordert sowohl eine Anpassung der Aufgaben als auch der Struktur des UBA-Messnetzes. So wird beispielsweise im vorliegenden Jahresbericht gezeigt, dass die Zahl der Niederschlagsmessstellen (wet-only) von derzeit 30 auf etwa 20 reduziert werden kann, ohne dass wesentliche Einbussen im Informationsgehalt eintreten. (A)

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 174S
  • Serial:
    • TEXTE
    • Issue Number: 77/01
    • Publisher: Umweltbundesamt
    • ISSN: 1862-4804

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01196419
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 4:26PM