Unfall- und Verletzungssituation von Kindern im Strassenverkehr

Im Zeitraum von 1985 bis 1994 wurden fuer die Erhebung in Hannover 1.596 Unfaelle mit Kindern im Alter von bis zu 14 Jahren erfasst, die hinsichtlich der verschiedenen Verkehrsteilnahmen als Fussgaenger, Radfahrer sowie Pkw-Insassen mit und ohne Gurt analysiert werden. Kinder verunfallen im Strassenverkehr jeweils zu etwa 1/3 als Fussgaenger, Radfahrer und Mitfahrer im Pkw, wobei ueber die Haelfte der im Pkw Verunfallten nicht gurtgeschuetzt war. Der Anteil der radfahrenden Kinder nimmt mit dem Alter zu und betraegt bei den 13- und 14-Jaehrigen ueber 50 Prozent. Kinder im Pkw erleiden selten schwere Verletzungen. Als Fussgaenger und Radfahrer werden Kinder relativ haeufig am ganzen Koerper verletzt, weil sie wegen ihrer geringen Koerpergroesse meist von der Front des Fahrzeugs voll erfasst werden. 89,6 Prozent der Fahrzeuge fuhren zum Zeitpunkt der Reaktion bei Kollisionen mit Fussgaengern nicht schneller als 50 km/h, bei Radfahrern waren es 88,4 Prozent. Etwa 50 Prozent der Unfaelle von Kindern als Fussgaenger oder Radfahrer waeren vermeidbar gewesen, wenn der Pkw seine Fahrgeschwindigkeit um bis circa 15 km/h reduziert haette. 32 Prozent der Kinder verunfallten auf dem Schulweg, 63 Prozent bei Freizeitaktivitaeten, 5 Prozent bei Besorgungen. Haeufigstes Fehlverhalten ist zu 2/3 das Nichtbeachten des Verkehrs. Ein geeigneter Schutz bei kindlichen Radfahrern ist ein Radhelm, der im Rahmen der Erhebungen von 1,5 Prozent der Verunfallten genutzt wurde. Kinder sitzen im Pkw zu 96 Prozent im Fond. Kinder in einem speziellen Rueckhaltesystem fanden sich lediglich in 16 Prozent der Faelle, oberhalb von 6 Jahren fand sich eine deutliche Abnahme der Nutzung. Schwere Verletzungen bei Kindern in speziellen Rueckhaltesystemen wurden nicht beobachtet. Insgesamt wird die Sicherheit von Kindern im Pkw als hoch angesehen. Der bedeutendste Beitrag einer Verletzungsprophylaxe und Reduktion der Verletzungsschwere ist in der Wahl einer angepassten Fahrgeschwindigkeit des Fahrzeugfuehrers zu sehen. Beitrag zum Workshop "Unfaelle von Kindern und Jugendlichen" am 28./29.10.1999 in Dresden. Siehe auch Gesamtaufnahme des Workshops, ITRD-Nummer D348549.

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01196280
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • ISBN: 3-89783-157-0
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 4:23PM