Freigabe von Seitenstreifen an Bundesautobahnen. Beitraege zum Erfahrungsaustausch am 20. Juni 2001 in der Bundesanstalt fuer Strassenwesen, Bergisch Gladbach

Der Seitenstreifen ist nach allgemeinem Verstaendnis ein fester Bestandteil von Autobahnen. Durch ihn wird neben der Fahrbahn eine zusaetzliche freie Flaeche fuer Notsituationen (Unfaelle, Pannen, Einsatz von Rettungsdiensten) oder fuer Betriebs- und Erhaltungsarbeiten zur Verfuegung gestellt. Die hohe Bedeutung des Seitenstreifens fuer den sicheren Betrieb von Bundesautobahnen steht daher auch auf Basis des heutigen Kenntnisstands ausser Frage. Dennoch kann es im Einzelfall eine sinnvolle Loesung sein, als provisorische Massnahme bis zum Regelausbau einer Strecke (von 4 auf 6 oder von 6 auf 8 Fahrstreifen) den Seitenstreifen fuer Zwecke des fliessenden Verkehrs freizugeben. Diese fuer den Ausbau vorgesehenen Strecken sind zum Teil durch hohe Verkehrsbelastungen, verbunden mit regelmaessigen Staus und zahlreichen staubedingten Unfaellen, gekennzeichnet. In diesen Faellen fuehrt die kurzfristige Beseitigung von Engpaessen zu einer eindeutigen Kapazitaetssteigerung der betroffenen Strecken und somit zur Verbesserung des Verkehrsablaufs und zur Vermeidung von Staus. Im Hinblick auf die Verkehrssicherheit ist auf der Basis frueherer Untersuchungen von einer grundsaetzlichen Erhoehung der Unfallraten von etwa 20 bis 30 Prozent an Strecken ohne Seitenstreifen im Vergleich zu Strecken mit Seitenstreifen auszugehen. Im Rahmen des Erfahrungsaustauschs zur Umnutzung von Seitenstreifen an Bundesautobahnen am 20. Juni 2001 in der Bundesanstalt fuer Strassenwesen (BASt) wurde ueber die Erfahrungen und Erkenntnisse aus ersten Pilotprojekten berichtet. Die planungsrechtlichen, baulichen und strassenrechtlichen Voraussetzungen fuer eine Umnutzung des Seitenstreifens wurden vorgestellt. Weiterhin wurde ein Verfahren vorgestellt, mit dessen Hilfe die Entscheidung darueber, ob und in welcher Form eine Seitenstreifenumnutzung an einer bestimmten Strecke erfolgen sollte, auf der Basis eines Abwaegungsprozesses im Einzelfall getroffen werden kann. Darin sind die Verbesserung des Verkehrsablaufs durch die Kapazitaetssteigerung auf der einen Seite und die (als negativ unterstellten) Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit, die Nachteile fuer den Betrieb und die Unterhaltung sowie die Kosten der Massnahme auf der anderen Seite einander gegenueberzustellen. Fuer die praktische Anwendung soll das Verfahren in ein DV-Programm umgesetzt werden. Dann wird die Anwendung dieses Verfahrens fuer die dem Bundesministerium fuer Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (BMVBW) vorzulegenden Entwuerfe vorausgesetzt. Schliesslich wurde vorgestellt, in welcher Weise eine temporaere Freigabe des Seitenstreifens praktisch realisiert werden kann. Die dazu seit dem 1. Januar 2002 gueltige Regelung der Strassenverkehrsordnung ist im Anhang dargestellt. Bericht zum Forschungsprojekt 97612 der Bundesanstalt fuer Strassenwesen. Titel in Englisch: Opening up the hard shoulder to regular traffic on Federal German motorways. The ENGLISH ABSTRACT is available at http://www.bast.de/htdocs/veroeffentlichung/kurzfass/v94.htm. Siehe auch Einzelaufnahmen der Beitraege, ITRD-Nummern D348524 bis D348535.

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 448-9
  • Serial:

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01196252
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 4:22PM