Integrierte Verkehrssystemgestaltung. Erfordernisse, Chancen und Beschwernisse

Der Beitrag befassst sich mit folgenden ausgewaehlten Aspekten der Verkehrssystemgestaltung: 1. Kritische Reflexion der Merkmale und Ziele der Verkehrssystemgestaltung; 2. Prozessgestaltung der Verkehrssystemgestaltung; 3. Erweiterungserfordernisse der instrumentellen Ebene der Verkehrssystemgestaltung hinsichtlich organisatorischer, managementmaessiger, moderierender, informierender und beratender Massnahmen und 4. Beruecksichtigung der Wechselwirkungen von Verkehrssystemgestaltung und Raumentwicklung. Die Gestaltung von Verkehrssystemen muss die angestrebten Funktionen des Verkehrs beruecksichtigen. Eine wirksame und effiziente Gestaltung muss an den Verkehrsursachen ansetzen, die Verkehrsvorgaenge und Verkehrsablaeufe beeinflussen sowie unerwuenschte Verkehrsauswirkungen vermeiden. Analysiert werden muessen dafuer die Veraenderungen von Sozialverhaeltnissen, Zeitordnungen und Standortkonfigurationen. Die Rahmenbedingungen der Verkehrssystemgestaltung sind zunehmend durch knappe oeffentliche Mittel fuer Infrastrukturmassnahmen, die Verlagerung der oeffentlichen Aufgabentraegerschaft auf private Traeger, gleichbleibend hohe Widerstaende von Betroffenen gegen Infrastrukturausbau und -neubau, gleichzeitig zunehmende personen- oder betriebsspezifische Ortsveraenderungsbeduerfnisse sowie demographische Veraenderungen gekennzeichnet. Finanzielle Anreizsysteme haben aufgrund ihrer inkonsequenten Ausgestaltung bisher entweder keine oder sogar kontraproduktive Effekte gehabt. Ihre weitere Ausgestaltung bedarf einer genauen Pruefung. Die Verkehrssystemgestaltung hat nicht nur Massnahmen zur Schaffung der technischen, investiven und betrieblichen Voraussetzungen einzubeziehen, sondern auch Massnahmen zur Kontrolle und Durchsetzung sowie zur Information, Beratung und Erziehung. Zu einer Effizienzsteigerung der Nutzung von Verkehrsinfrastrukturen, zur abgewogenen und koordinierten Befriedigung von Mobilitaetsbeduerfnissen sowie zur Verringerung von verkehrsbedingten Belastungen sind nicht nur Leit- und Informationssysteme, sondern ein umfassendes Verkehrsmanagement notwendig. Im Rahmen einer integrierten Verkehrssystemgestaltung, die angebotsseitige wie nachfrageseitige Beeinflussungsmoeglichkeiten ausschoepft, finden Mobilitaetsmanagement und Mobilitaetsberatung zunehmendes Interesse. Mobilitaetsmanagement kann einen Beitrag leisten, Kooperationen der Verkehrstraeger zu initiieren und zu verbessern, intermodale Dienste bereitzustellen und Informationen zur Nutzung dieser Dienste zu vermitteln. Beratungen zur Standortwahl bietet beispielsweise das in Karlsruhe und Zuerich entwickelte, internetgestuetzte Projekt "MOBIPPLAN" an. Es kann von Stadtplanern, Unternehmern, Wohnungsanbietern und regionalen Gebietskoerperschaften eingesetzt werden. Dabei geht es darum, die Raum- und Standortplanung mit der Verkehrssystemgestaltung zusammenzufuehren. In der Raumplanung und Standortentwicklung muessen verstaerkt die Konsequenzen fuer die Verkehrssystemgestaltung beruecksichtigt werden. Zur Gesamtaufnahme siehe ITRD-Nummer D346630. (KfV/A)

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 29-53
  • Monograph Title: Perspektiven der Verkehrssystemplanung. Festschrift fuer Peter Cerwenka
  • Serial:
    • IVS-SCHRIFTEN
    • Issue Number: 14
    • Publisher: OESTERREICHISCHER KUNST- UND KULTURVERLAG

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01195858
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • ISBN: 3-85437-237-X
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 4:15PM