Gestaltung inneroertlicher Orientierungssysteme. Leitfaden fuer die Gestaltung inneroertlicher Leit- beziehungsweise Orientierungssysteme in niederoesterreichischen Gemeinden unter Beruecksichtigung der Belebung der Ortskerne und der lokalen Geschaefte

Ein einheitliches Prinzip bei der Gestaltung von inneroertlichen Orientierungs- beziehungsweise Leitsystemen in Niederoesterreich soll es Besuchern erleichtern, sich spontan und sicher zurechtzufinden. Damit soll die Orientierung verbessert und die Verkehrssicherheit erhoeht werden. Gleichzeitig kann damit eine Belebung der Ortszentren und der lokalen Wirtschaft erreicht werden. In einem einleitenden Kapitel wird auf Aspekte der Wahrnehmung, der Informationsverarbeitung und der grundsaetzlichen Funktion der menschlichen Orientierung eingegangen, die bisher zuwenig beruecksichtigt wurden. Die Erstellung eines vollstaendigen Orientierungskonzeptes wird anhand der folgenden 9 Punkte beschrieben und mit zahlreichen Beispielen illustriert: 1. Erstellung einer Skizze der charakteristischen Struktur des Ortes, die es Besuchern ermoeglichen kann, rasch ein einfaches "inneres Bild" des Ortes aufzubauen. Dazu werden diejenigen Achsen und Orientierungspunkte ausgewaehlt, mit denen die Struktur des Ortes am besten beschrieben werden kann. 2. Optimierung der Erkennbarkeit der einzelnen Ziele wie wichtige Orientierungspunkte, Ortsteile, Sehenswuerdigkeiten, Gebaeude, Betriebe und Hausnummern. 3. Optimierung der Erkennbarkeit und Auffindbarkeit der wichtigen Achsen, die bei der Orientierung eine tragende Rolle spielen. Sind diese Achsen und damit die Adressen der einzelnen Ziele leicht zu finden, werden viele zusaetzliche Hinweisschilder ueberfluessig. 4. Errichtung von Infopoints und Sicherstellung der leichten Verfuegbarkeit von Ortsplaenen, um ortsunkundigen Besuchern rasch und einfach die wichtigsten Orientierungsinformationen zu vermitteln. 5. Beschilderungsplanung mittels Zielspinne und Zweckanalyse fuer jedes einzelne Schild. Dabei muss beantwortet werden, wer wo welche Information benoetigt. 6. Einhaltung der "Richtlinien fuer Vertikale Leiteinrichtungen" (RVS 5.21) und der Regelungen der Strassenverkehrsordnung. Die Umklappregel besagt, dass die Wegweisung so zu gestalten ist, dass weiter entfernte Ziele oben angefuehrt sind und naehere unten. Die Farbregel bestimmt Farbsysteme, die in einer bestimmten Reihenfolge uebereinander anzuordnen sind. Die Richtungsregel besagt, dass Wegweiser mit gleicher Farbe fuer mehrere Richtungen uebereinander anzubringen sind und die Lesbarkeitsregel bestimmt Anzahl der Zielangaben und Mindest-Schriftgroessen. Weiters ist auf die Kontinuitaet der Zielangabe zu achten. 7. Klare Unterscheidung verschiedener Informationsarten durch eine rasche Differenzierung ueber Schilderformen und Farbcodes. 8. Wahrnehmungspsychologisch optimierte Schildergestaltung. Gefaellige Schilder werden besser wahrgenommen und stoeren das Ortsbild weniger. 9. Beruecksichtigung der Orientierungsbeduerfnisse der Fussgaenger. Fuer Fussgaenger-Leitsysteme sind die Kontinuitaets- und die Umklappregel der RVS 5.21 anzuwenden. Dabei sind mehr als acht Zielangaben zulaessig. Der Broschuere ist eine Kurzfassung beigefuegt, die als schneller Ratgeber dienen kann. (KfV/A)

  • Corporate Authors:

    AMT DER NIEDEROESTERREICHISCHEN LANDESREGIERUNG, ABTEILUNG GESAMTVERKEHRSANGELEGENHEITEN

    LANDHAUSPLATZ 1
    ST. POELTEN,   OESTERREICH  A-3109

    Amt der Niederoesterreichischen Landesregierung, Abteilung Gesamtverkehrsangelegenheiten

    ,    
  • Publication Date: 2002

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 36S

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01195738
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 4:12PM