Risikofahrer und Einflussfaktoren fuer riskantes Verhalten im Strassenverkehr

Zu den groessten Risikofeldern der Verkehrssicherheit gehoeren nach den aktuellen Unfallstatistiken das Fahren mit unangepasster beziehungsweise ueberhoehter Geschwindigkeit, Alkohol am Steuer und das Nicht-Anlegen des Sicherheitsgurtes. In der Verkehrssicherheitsarbeit stellt sich die Frage, ob es bestimmte Typen von Fahrern gibt, die sich im Strassenverkehr besonders riskant verhalten und an welchen Merkmalen sie festgemacht werden koennen. Ziel der Arbeit war es, jene Typen von Fahrern herauszufinden, die als Zielgruppe der Verkehrssicherheitsarbeit im Sinne des Social Marketing gelten duerfen. An Hand zweier Modelle des Fahrverhaltens wurden zunaechst Hypothesen formuliert, welche sozialdemographischen Merkmale sich in Bezug auf riskantes Verhalten im Strassenverkehr als einflussreich erweisen duerften. Fuer die Untersuchung wurden Daten aus einer Life-Style-Befragung des Fessel-GfK-Instituts herangezogen, die jedes zweite Jahr in Kooperation mit dem Kuratorium fuer Verkehrssicherheit durchgefuehrt wird. Dabei werden 4.500 Personen ab 14 Jahren in ganz Oesterreich zu ihrem Verhalten in verschiedenen sicherheitsrelevanten Bereichen befragt. Aus der Stichprobe wurden jene Personen, die auf Grund ihres Alters noch kein Auto lenken duerfen, und jene Personen, die nach eigenen Angaben nie einen Pkw lenken, ausgeschieden. In die Auswertung gingen 3.637 Personen ein. Die Hypothesen wurden grossteils mittels Varianzanalysen getestet. Zusaetzlich wurde mittels Logit-Modellen versucht, Modelle von Variablen zu finden, die das Antwortverhalten auf die relevanten Items ausreichend erklaeren koennen. Mit Hilfe von PRINCALS, einer Sonderform der Korrespondenzanalyse, sollten Aehnlichkeiten beziehungsweise Unterschiede zwischen Variablenkategorien graphisch dargestellt werden. Herauszufinden war der Einfluss bestimmter Merkmale, die jene Typen von Fahrern konstruieren, die sich im Verkehr auffaellig verhalten. Ein signifikanter Einfluss konnte fuer die Variablen Geschlecht, Alter, Bildung und Einkommen festgestellt werden. Maenner tendieren zu riskanterem Verhalten, und juengere Personen berichten eher riskanteres Verhalten als aeltere. Des Weiteren stehen hohe Bildung und hohes Einkommen mit riskanterem Verhalten im Verkehr in Zusammenhang. In den Logit-Modellen hat sich die Einstellung zu Verhaltensweisen als bestimmend fuer das tatsaechliche Verhalten gezeigt. Das Ziel, einen moeglichst umfassenden, im Strassenverkehr auffaelligen Typ zu finden, der durch eine Vielzahl von Variablen charakterisiert werden kann, wurde wegen des geringen Einflusses nur weniger Variablen nicht ganz erreicht. Es laesst sich aber sagen, dass juengere Maenner sowie Personen mit hoeherer Bildung und hoeherem Einkommen sowie einer Persoenlichkeitsstruktur, die zu riskantem Verhalten neigt, als Zielgruppe fuer Massnahmen zur Veraenderung von Einstellungen und Verhaltensweisen gelten kann. Aufgrund der grossen Bedeutung der Einstellung zu bestimmten Verhaltensweisen muessen sich Verkehrssicherheitsmassnahmen in Zukunft darauf konzentrieren, die Einstellungen der festgestellten Zielgruppe zu modifizieren. (KfV/A)

  • Corporate Authors:

    UNIVERSITAET WIEN, FAKULTAET FUER HUMAN- UND SOZIALWISSENSCHAFTEN

    DR. KARL LUEGER-RING 1
    WIEN,   OESTERREICH  A-1010
  • Authors:
    • GEIER, K
  • Publication Date: 2002-1

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 148S

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01195385
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 4:05PM