Bewaehrung von Brueckenbelaegen auf Betonbauwerken

Im ersten Teil des Forschungsvorhabens wurden von der BASt in Zusammenarbeit mit den Strassenbauverwaltungen der Bundeslaender vergleichende Untersuchungen an verschiedenen Bauarten von Brueckenbelaegen auf insgesamt 99 Bruecken vorgenommen. Aufgrund der Untersuchungsergebnisse und des damaligen Erfahrungshintergrundes wurden 1987 die Bauarten mit Dampfdruckentspannungsschicht wegen der Gefahr der Unterlaeufigkeit vom Einsatz im Bereich der Bundesverkehrswege ausgeschlossen. Stattdessen werden seither die Bauarten mit einer flaechig verklebten Dichtungsschicht gemaess den "Zusaetzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien fuer das Herstellen von Brueckenbelaegen auf Beton" (ZTV-BEL-B) Teile 1 bis 3 verwendet. Die Betonoberflaeche der Fahrbahntafel muss bei allen Bauarten mit Reaktionsharz auf Epoxidbasis behandelt werden. Dieser Bericht enthaelt die Erfahrungen, die seit Einfuehrung der ZTV-BEL-B bei Baustellenbegehungen, bei Stellungnahmen zu Schadensfaellen, bei der Mitarbeit in Gremien fuer die Regelwerkserstellung, bei der Auswertung der Fremdueberwachungsergebnisse der Baustoffe und bei der Fuehrung der "Zusammenstellung der geprueften Stoffe und Stoffsysteme nach ZTV-BEL-B" gewonnen wurden. Es werden die Entwicklungen der Bauarten und die bekannt gewordenen Fehlerquellen geschildert. Die dabei getroffene Auswahl der Schadensfaelle erhebt keinen Anspruch auf Repraesentanz. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Behandlung der Betonoberflaechen mit einem Reaktionsharz auf Epoxid-Basis als Grundierung, Versiegelung oder Kratzspachtelung auf einer abtragend vorbereiten Betonoberflaeche die Voraussetzung fuer einen dauerhaften Verbund der nachfolgenden Dichtungsschicht schafft. Weitaus am meisten wird die Bauart nach ZTV-BEL-B Teil 1 mit einer Dichtungsschicht aus einer Bitumenschweissbahn und einer Schutzschicht aus Gussasphalt eingesetzt. Die Bauart nach den ZTV-BEL-B Teil 2 mit einer Dichtungsschicht aus zwei Lagen Bitumen-Bahnen und Schutz- und Deckschicht aus Walzasphalt (Splittmastixasphalt oder Asphaltbeton) wird dort eingesetzt, wo Walzasphalt bevorzugt wird oder Gussasphalt nicht verfuegbar ist. Auch bei staerkerer Neigung der Fahrbahn (ueber circa 7 Prozent) kann nur Walzasphalt eingebaut werden. Die Bauart nach ZTV-BEL-B Teil 3 mit einer Dichtungsschicht aus fluessig appliziertem Reaktionsharz, meist Polyurethan, und einer Schutzschicht aus Gussasphalt ist wegen des hoeheren Preises eher fuer Sonderfaelle geeignet, wie Flaechen mit komplizierter Geometrie und Aufkantungen, Anschluesse an vorhandenen Kappen und so weiter. Die bisherigen Erfahrungen bestaetigen, dass mit den ZTV-BEL-B Teile 1 bis 3 die Grundlage fuer den Bau hochwertiger Dichtungsschichten geschaffen wurde. Die in diesem Bericht geschilderten Schaeden sind Einzelfaelle. Die grosse Mehrzahl der Brueckenbelaege ist ohne Schaeden und dichtet den Beton der Brueckentafeln zuverlaessig ab. Bei Einhaltung der in den ZTV-BEL-B vorgegebenen Anforderungen an die Stoffe und die Bauausfuehrung ist eine hohe Ausfuehrungssicherheit gegeben. Schaeden entstanden meistens durch Nichtbeachtung dieser Vorgaben bei der Ausfuehrung, und zwar aus Gruenden der Kosteneinsparung oder wegen fehlender Fachkenntnis. Infolge der dauerhaften flaechigen Verklebung der Dichtungsschichten nach den ZTV-BEL-B hat die Abdichtung (Dichtungsschicht und Schutzschicht) eine wesentlich laengere Lebensdauer als bei den frueheren Belaegen mit Trennschicht. Anstatt wie frueher den gesamten Belag erneuern zu muessen, genuegt bei standfester Schutzschicht nun die turnusmaessige Instandsetzung der Deckschicht. Die Abdichtung kann somit ueber viele Jahrzehnte auf der Brueckentafel verbleiben. Wichtige Weiterentwicklungen waren im Beobachtungszeitraum die Fortschreibung der Regelwerke, insbesondere der Technischen Lieferbedingungen und Pruefvorschriften sowie die in die Praxis umgesetzten Forschungsergebnisse auf den Gebieten der Behandlung mit Reaktionsharz auf dauerhaft feuchtem Beton (zum Beispiel Trog- und Tunnelsohlen) sowie auf jungem Beton zur Verringerung der Bauzeit und der Optimierung des Kratzspachtels. Weiterentwicklungen erscheinen noch auf dem Gebiet der Asphalte fuer die Schutz- und Deckschichten erforderlich, um die Standfestigkeit zur Aufnahme der wachsenden Verkehrsbelastung zu verbessern. Bericht zum Forschungsprojekt 84.203 der Bundesanstalt fuer Strassenwesen. Titel in Englisch: Preservation of bridge coatings on concrete structures. The ENGLISH ABSTRACT is available at http://www.bast.de/htdocs/veroeffentlichung/kurzfass/b35.htm.

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01195243
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 4:02PM