Erfahrungen mit Drogenkonsumenten in der verkehrspsychologischen Therapie - Ein Bericht aus der Praxis -

Es wird ueber die Therapie von Drogen-Klienten in einer PRO-NON-Praxis berichtet. Das Klientel, das sich mit der Fragestellung der medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) an den Therapeuten wendet, unterscheidet sich von der "normalen" Drogenklientel vor allem im sozialen Status: Alle Klienten einer vorgestellten Stichprobe (5 Personen mit ueberwiegendem THC-Konsum, 4 Personen mit ueberwiegendem Heroin-Konsum) sind beruflich mehr oder weniger erfolgreich integriert, sind seit laengerer Zeit drogenabstinent, und Ermittlungsverfahren sind nicht anhaengig. Bei der ersten Gruppe steht das Rauschmittel Cannabis im Vordergrund, Alkohol spielt wie Verkehrs- und sonstige Delikte nur eine untergeordnete Rolle. Harte Drogen, vor allem Kokain, stehen bei der zweiten Gruppe sowohl bei Konsum als auch bei Handel im Vordergrund, Verkehrsauffaelligkeiten und sonstige Delikte haengen mit dem Drogenkonsum zusammen, zusaetzlicher Alkoholmissbrauch ist haeufig. Aufgrund der verkehrstherapeutischen Erfahrungen wird festgestellt, dass unter den heute gegebenen Voraussetzungen nur mit Klienten erfolgversprechend gearbeitet werden kann, die ausschliesslich oder ueberwiegend THC konsumieren. Die Erfolgsaussichten einer Verkehrstherapie bei Personen aus der zweiten Gruppe, die ueberwiegend Kokain konsumieren (moeglicherweise oder haeufig in Kombination mit Alkoholmissbrauch), wird als minimal eingeschaetzt. Diese Klienten erleben Kokain in erster Linie als ein leistungssteigerndes Rauschmittel, das anscheinend ueber laengere Zeit ohne unangenehme Folgeerscheinungen konsumiert werden kann. Sie akzeptieren Therapie nur so lange, als dadurch das neurotische System unterstuetzt wird, das sie sich selbst geschaffen haben. Beitrag zum Supplement Drogen und Verkehrssicherheit (Fachtagungen PRO-GRESS X (2000) und XI (2001) von PRO-NON verkehrspsychologische Beratung und Therapie e.V.).

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 40-3
  • Serial:
    • Blutalkohol
    • Volume: 39
    • Issue Number: Supplement 1
    • Publisher: Bund gegen Alkohol im Strassenverkehr eV
    • ISSN: 0006-5250

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01195068
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 3:59PM